Vor allem die Geschäfte der deutschen Autobauer in China brummten jahrelang. Doch die Lage hat sich in den vergangenen Jahren deutlich geändert. Einer der Gründe ist die Kaufzurückhaltung wohlhabender Chinesen, bei denen das Geld wegen der Immobilienkrise nicht mehr so locker sitzt. Ein anderer ist, dass bei der in China im Vergleich zu Deutschland deutlich verbreiteteren E-Mobilität die Wahl der Chinesen häufiger auf heimische Produkte fällt. Zudem liefern sich teils stark subventionierte chinesische Unternehmen einen brutalen Kampf um Marktanteile.
In Deutschland sind chinesische Autos noch selten, der Aufwärtstrend ist aber zu sehen. 2025 kamen rund 2,3 Prozent aller neu zugelassenen Autos von chinesischen Marken, im ersten Halbjahr 2026 waren es schon 3,7 Prozent.
Die heimische Produktion von Batteriezellen etwa für E-Autos ist strategisches Ziel der deutschen und europäischen Politik, doch seit Jahren ist China Hauptlieferant von Batterien nach Deutschland – weit vor europäischen Ländern wie Ungarn. Zwar stieg die Batterieproduktion in Deutschland 2025 auf einen Rekordwert von 8,1 Milliarden Euro, die Abhängigkeit von China ist nach Einschätzung des Verbands der Elektro- und Digitalindustrie (ZVEI) aber noch gestiegen, gerade bei der Lieferung von Lithium-Ionen-Batterien.
»Wenn diese unterbrochen werden oder einzelne Regionen ihre Exporte kurzfristig komplett einstellen, wird klar, wie verletzlich wir sind, insbesondere in kritischen Sektoren wie der Verteidigung oder bei Rechenzentren«, sagt ZVEI-Batterie-Experte Gunther Kellermann. Statt Kaufprämien für E-Autos brauche man niedrigere Strompreise für alle und einen besseren Schutz vor unfairer Konkurrenz. Wenn es jetzt nicht gelinge, gute Rahmenbedingungen zu schaffen, «könnten wir die industrielle Batterieproduktion auf dem europäischen Kontinent unwiederbringlich verlieren«.