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Wettbewerb mit China
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Deutschlands Schlüsselindustrien unter Druck

Deutschland verdiente jahrzehntelang am Aufstieg Chinas. Nun wird die Volksrepublik in immer mehr Branchen zum Rivalen – bei Chemie, Pharmaprodukten und Zukunftstechnologien. Der nächste Konkurrenzkampf steht schon bevor.
AutorKontaktdpa
Datum 13.07.2026  16:30 Uhr

Chemie: Zwischen Wachstumsmarkt und Preisdruck

Für die Branche ist China Konkurrenz und Wachstumsmarkt zugleich. Einerseits macht die Volksrepublik der hiesigen Chemieindustrie mit Niedrigpreisen zu schaffen, andererseits verspricht China Wachstum, während der europäische Chemiemarkt schwächelt. So hat der Chemiekonzern BASF in Zhanjiang für rund 8,7 Milliarden Euro einen neuen Verbundstandort eröffnet – die größte Einzelinvestition der Geschichte, trotz viel Kritik. Der Standort hat BASF zufolge bereits fast zwei profitable Monate verzeichnet. China werde in den kommenden fünf bis sechs Jahren drei Viertel des weltweiten Wachstums im Chemiemarkt ausmachen, sagte BASF-Chef Markus Kamieth kürzlich. »Auf den Markt wollen wir einfach nicht verzichten.«

Mit einem Anteil von 45 Prozent am weltweiten Chemieumsatz ist China dem Branchenverband VCI zufolge der mit Abstand größte Chemiemarkt. 2025 exportierte Deutschland Chemieprodukte im Wert von rund 6 Milliarden Euro nach China, die Importe lagen bei 5,8 Milliarden Euro. »Für die deutsche Chemie bleibt China strategischer Schlüsselmarkt und härtester Konkurrent zugleich«, sagt Hauptgeschäftsführer Wolfgang Große Entrup.

Zukunftstechnologien: Der nächste Wettbewerb läuft

Der nächste Wettbewerb ist bereits angelegt. Es geht um jene Zukunftsbranchen, auf die Deutschland seine Erneuerung stützen will. Berlin und Peking setzen dabei jedoch auffällig oft auf dieselben Felder.

Chinas neuer Fünfjahresplan priorisiert unter anderem Halbleiter, Robotik, Quantentechnologien, Kernfusion, Wasserstoff und Biotech. Auch die Hightech-Agenda der Bundesregierung nennt viele dieser Bereiche. Der Unterschied liegt weniger in den Zielen als in der Umsetzung. China macht Tempo, verbindet harte Industriepolitik geschickt mit seinem riesigen Binnenmarkt.

Einerseits besitzt die deutsche Industrie in vielen Zukunftsfeldern weiter erhebliche Stärken. Andererseits dürfte das kaum helfen, wenn aus guten Ideen zu langsam industrielle Produktion wird.

Maschinenbau: China greift den Kern der Industrie an

China hat in den vergangenen Jahren Deutschland als weltweit führenden Maschinenbauexporteur abgelöst. Vom Staat mit hohen Subventionen unterstützt, bieten die chinesischen Hersteller inzwischen auch technologisch anspruchsvolle Anlagen zu niedrigen Preisen. Der Branchenverband VDMA verlangt von der Politik bessere Produktionsbedingungen etwa durch Bürokratieabbau und Steuerentlastungen. Strategisch relevante Technologien sollten industriepolitisch unterstützt werden.

Zum Schutz des fairen Wettbewerbs schlägt der Verband eine stärkere Marktüberwachung bei Importen in die EU vor. Vor allem in Drittstaaten fehlt es den Europäern an Druckmitteln. Bei Verstößen gegen Anti-Dumping- und Anti-Subventionsregeln solle die EU daher Ausgleichszölle auf Güter erheben, die aus diesen Drittstaaten nach Europa exportiert werden. Freihandelsabkommen könnten nach VDMA-Ansicht den Marktzugang für deutsche und europäische Unternehmen erleichtern.

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