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Apotheken-CEO

Der Faktor Mensch

Das Überthema an der Apothekenfront ist mit Sicherheit die Digitale Transformation. Wer da nicht ganz nah dran ist, wird abgehängt. So scheint es zumindest. Allerdings erschöpft sich ein modernes Apotheken-Management keineswegs mit der Digitalisierung.
Theo Dingermann
02.09.2019
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Der Apothekenbetrieb, zumindest in den Apotheken vor Ort, wird in den ganz wesentlichen Bereichen mehr denn je von Menschen geprägt. Fachlich hoch qualifizierte Mitarbeiter sind das Asset einer jeden Apotheke.

Und ähnlich wie das Thema Digitalisierung ist auch das Führungsthema in Apotheken gespickt mit Innovationen. Um es auf den Punkt zu bringen: Führen ist heute wichtiger und fordernder denn je. Kreative Führungsstrategien und Management-Skills sind in Zeiten schwindender Erträge, Online-Konkurrenz und akuten Nachwuchsmangels von höchster Relevanz. »Die moderne Apotheke braucht an ihrer Spitze einen CEO, einen Chief Executive Officer«, sagt Dr. Ina Lucas. Das ist mehr als Semantik und bei kritisch-ehrlicher Selbsteinschätzung ist dies für die meisten Apothekenleiter auch neu. »Die richtigen Strategien im Bereich Geschäftsleitung, Marketing, Personal und Kommunikation steigern den Ertrag und erhöhen die Zufriedenheit für Chef, Team und Kunden«, so Lucas und sie ergänzt: »Wer erfolgreich führt, hat keine Mitarbeiter, sondern Fans und Anhänger!«

Dieser nur auf den ersten Blick arrogant klingende Anspruch ist um so essenzieller, je deutlicher wird, dass attraktive Einrichtungen bis hin zu bekannten Konzernen mit verlockenden Angeboten ihre Fühler nach dem begehrten Nachwuchs für professionelle Apothekenteams ausstrecken. Hier gibt es nur eine adäquate Reaktion, meint zumindest Dr. Klaus Schirmer, Inhaber der ›team santé oberen apotheke‹ in Villach: »Im Rennen um die besten Köpfe muss die Apotheke attraktiv aufgestellt sein! Die »Generation Z« will beileibe nicht nur verwöhnt werden – sie sucht auch nach Sinn und hohen Zielen, nach Struktur und Kultur, nach kniffeligen Aufgaben und spannenden Projekten.«

»Führungskultur in der Apotheke« lautet ein Schlüsselbegriff, um den sich frühere Apothekergenerationen nur vereinzelt und dann eher nachrangig scherten. Fordert man von den Mitarbeitern nicht mehr als Schachteln abzugeben, Warnhinweise auszusprechen und nur ja keine Fehler zu machen (»Gehen Sie zum Arzt!«), dann wird deren Tätigkeit langsam in eine träge Routine übergehen. Die Folge: »Ihre nächste Kunden-Generation wird andere Bezugsquellen suchen, die attraktiver, bequemer, billiger und interessanter für sie sind«, so Schirmer.

Wer ein attraktives, engagiertes Team leiten will, der muss sich seinerseits ebenfalls attraktiv aufstellen. Mitarbeiter der Generation Z an sich zu binden, erfordert Visionen ebenso wie verlässliche Strukturen.

Zwischen dem CEO und dem selbstbewussten Team der Generation Z steht oft der Filialleiter. Damit dies nicht der berühmte Platz zwischen den Stühlen wird, sind Führungs-Skills der besonderen Art gefragt. Einerseits ist der Filialleiter dem Inhaber gegenüber zur Loyalität verpflichtet, andererseits hat er aber auch die Interessen des Teams authentisch stark zu vertreten. Tipps, um diesen Spagat zu meistern, erhalten Interessierte am Donnerstag den 26.9.2019 und am Freitag den 27.9.2019 von Marcella Jung.

Führungsqualität ist allerdings kein eindeutig definierter Begriff. »Freundschaft ist ein nettes Beiwerk, darf aber nicht die alleinige Basis für Ihre Führung sein«, so ein provokanter Standpunkt, den Marcella Jung im Rahmen des InspriationLab erläutern wird.

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