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Europäische Impfwoche

Denkt an die Jüngsten, die Alten und die Kranken!

Anlässlich der Europäischen Impfwoche ruft EMA-Chef Guido Rasi auf, sich selbst und seine Kinder impfen zu lassen. Denn davon profitieren die verletztlichsten unserer Gesellschaft, die häufig selbst nicht geimpft werden können.
Daniela Hüttemann
25.04.2019
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Er sei oft gefragt worden: »Wenn die um mich herum geimpft sind, wieso regen Sie sich auf, wenn ich die Impfung für mich oder mein Kinder verweigere?«, berichtet der geschäftsführende Direktor der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) in einem Statement. Er wolle jeden daran erinnern, dass es in jeder Gemeinschaft eine verletztliche Minderheit gibt – die sehr jungen, die Alten und Menschen mit chronischen Erkrankungen, die nicht geimpft werden können. »Ihr neu geborenes Baby, deine Großeltern oder ein Freund könnte eine dieser ungeschützten Menschen sein«, betont Rasi. Er sieht es mit Sorge, dass mehr und mehr Kinder nicht vor impfpräventablen Erkrankungen wie den Masern geschützt sind,  weil Eltern die Impfung ablehnen oder herauszögern.

Der EMA-Direktor erinnert mit einigen wissenschaftlichen Fakten, wie wirksam Impfungen sind. Allein zwischen 2000 und 2017 habe die Masernimpfung schätzungsweise 21,1 Millionen Todesfälle weltweit verhindert. Dank Vakzinierung konnten die Pocken ausgerottet werden. Die Polio-Rate wurde weltweit seit 1988 um 99 Prozent reduziert. Die HPV-Impfung kann bis zu neun von zehn Fällen von Gebärmutterhalskrebs verhindern. Erst kürzlich wurde in Schottland an rund 140.000 jungen Frauen gezeigt, dass die Rate von Vorstufen des Zervixkarzinoms dramatisch gesunken ist.

Rasi versprach, dass die Aufsichtsbehörden die Sicherheit aller Impfstoffe laufend überprüft und Meldungen zu möglichen Nebenwirkungen kontinuierlich ausgewertet werden. Statt sich bei dubiosen Internetquellen über Impfungen zu informieren, sollte man den »Impfhelden« zuhören: Kinderärzten und medizinische Fachangestellte, die nach der Behandlung tausender Patienten mit Überzeugung die Impfung empfehlen können; Wissenschaftlern, die tausende Stunden auf die Entwicklung und Testung von Impfstoffen verwenden, damit sie sicher und wirksam sind; sowie Patienten und Eltern, die leidenschaftliche Vertreter von Impfungen geworden sind. Denn, so das Motto der Europäischen Impfwoche: #VaccinesWork

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