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Schwedische Studie

Dem Schlaganfall davonspazieren

Menschen, die sich regelmäßig bewegen, haben ein niedrigeres Risiko für schwere Schlaganfälle als körperlich Inaktive. Dazu braucht es keine sportlichen Höchstleistungen: Eine halbe Stunde Spazierengehen am Tag reicht.
Annette Mende
24.09.2018
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Körperliche Bewegung senkt bekanntermaßen das Risiko, einen Schlaganfall zu erleiden. Doch wenn es sie trotzdem erwischt, sind dann Aktive besser dran als Bewegungsmuffel? Diese Frage beantworten schwedische Forscher nun mit ja.

Im Fachjournal »Neurology« berichtet eine Forschergruppe um Dr. Malin Reinholdsson von der Sahlgrenska Universität in Göteborg über das Ergebnis einer Studie mit 925 Patienten, die zwischen 2014 und 2016 an der dortigen Universitätsklinik aufgrund eines erstmaligen Schlaganfalls behandelt worden waren. Die Patienten wurden gebeten, Angaben zu Art und Umfang ihrer körperlichen Aktivität vor dem Schlaganfall zu machen. Dies korrelierten die Forscher mit der Schwere der Symptome.

Es stellte sich heraus, dass schon leichte körperliche Aktivität – beispielsweise vier Stunden Spazierengehen pro Woche – verglichen mit körperlicher Inaktivität einen nennenswerten Schutz vor schweren Schlaganfällen darstellte. Gleiches galt für moderate körperliche Aktivität, zwei bis drei Stunden Joggen oder Schwimmen in der Woche. In beiden Aktivitätsgruppen lag der Anteil der Patienten mit einem schweren Schlaganfall bei 3 Prozent, bei den Inaktiven dagegen mit 6 Prozent doppelt so hoch.

»Einmal eine halbe Stunde oder zweimal eine Viertelstunde Spazierengehen am Tag reicht aus, um das Risiko für einen schweren Schlaganfall zu senken«, sagt Seniorautorin Professor Dr. Katharina Stibrant Sunnerhagen in einer Mitteilung der Universität. Sie betont, dass die Schwere eines Schlaganfalls entscheidend dafür ist, wie schnell sich ein Patient davon wieder erholt. »Nach einem milden Schlaganfall muss ein Patient vielleicht eine Woche im Krankenhaus bleiben, kann dann die Reha zu Hause fortsetzen und hat gute Chancen, in sein normales Leben und auch die Arbeit zurückzukehren. Nach einem schweren Schlaganfall müssen Patienten deutlich länger stationär behandelt werden und anschließend unter Umständen ins Pflegeheim.«

DOI: 10.1212/WNL.0000000000006354

Foto: Shutterstock/photoshooter2015

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