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Digitale Prozesse im Fokus
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Das steht im neuen Aktionsplan AMTS

Das Bundeskabinett hat den Aktionsplan AMTS für die Jahre 2026 bis 2029 beschlossen. E-Rezept, ePA und der digital gestützte Medikationsprozess sind ein zentrales Thema. Zudem soll ein AMTS-Stewardship eingeführt und das Medikationsmanagement rund um einen Krankenhausaufenthalt besser werden.
AutorKontaktDaniela Hüttemann
Datum 01.04.2026  13:39 Uhr
Medikationsprüfung bei Krankenhausaufnahme und Entlassmanagement

Medikationsprüfung bei Krankenhausaufnahme und Entlassmanagement

Auch das Medikationsmanagement rund um einen Krankenhausaufenthalt ist ein wichtiges Thema. Mithilfe einer Umfrage unter Einbezug von Patienten soll ermittelt werden, in welchem Umfang und welche Art von Maßnahmen bei stationären Aufnahmen ergriffen werden müssen, um fehlende AMTS-relevante Informationen zu erhalten. 

Ebenso soll es eine Umfrage zum strukturierten Entlassmanagement geben, die den Status quo der Durchführung im stationären beziehungsweise niedergelassenen Bereich zu zwei unterschiedlichen Zeitpunkten erfasst. In diesem Zusammenhang sollen auch Erkenntnisse darüber gewonnen werden, wie häufig Entlassrezepte, einschließlich E-Rezepte, ausgestellt werden.

Strukturiertes AMTS-Stewardship soll eingeführt werden

Die AMTS-Kompetenzen von approbierten Heilberufen und Pflegefachpersonen sollen kontinuierlich weiterentwickelt werden. Neu im Aktionsplan ist ein sogenanntes AMTS-Stewardship im stationären wie ambulanten Bereich. Ähnliche Modelle gebe es bereits in den USA, Kanada und Großbritannien mit dem »Medication Safety Officer« beziehungsweise »Medicines Safety Officer«, die in interdisziplinären Teams arbeiten. Es soll nun unter anderem ein Konzeptpapier zur strukturierten Einführung von AMTS-Stewardship in Deutschland entwickelt werden.

Die Überwachung von Risiken bei Polymedikation und einem gezielten Absetzen von Arzneimitteln stehen ebenfalls auf der Agenda. Es sollen Handreichungen zum Deprescribing erarbeitet werden. Krankenhausapotheker sollen konsequenter über (vermutete) Medikationsfehler berichten, und zwar über das ADKA-Datenbank-Modul DokuPIK 2.0. In einer Interventionswoche soll der Stand zu pharmazeutischen Interventionen in deutschen Krankenhäusern erhoben werden. Generell sollen Effekte von AMTS-Maßnahmen stärker gemessen werden.

Insgesamt sind zu den verschiedenen Maßnahmen auch zahlreiche Symposien und Workshops sowie eine stärkere Öffentlichkeitsarbeit zu AMTS-Themen geplant.

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