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Richtig wiegen im Rezepturbetrieb

Das korrekte Wägemanagement

Neben dem Waagenmanagement spielt auch das Wägemanagement eine entscheidende Rolle bei der Herstellung der Rezepturarzneimittel. Welche Maßnahmen sind zur Sicherstellung eines korrekten Wägeprozesses relevant?
Mona Abdel Tawab
Sandra Ingrid Ganß
Holger Latsch
Holger Reimann
26.10.2020  07:00 Uhr

Gute Rezepturqualität beginnt bereits mit der Planung der Herstellung. Neben der Auswahl geeigneter Ausgangsstoffe gehört auch die Wahl der richtigen Arbeitsmaterialien, etwa der geeigneten Waagen, dazu. Gemäß den Empfehlungen des ZL und NRF gilt: Die Verwendung von Rezepturkonzentraten ist nicht nur aus wägetechnischer Sicht zu empfehlen, deren Verwendung erleichtert auch die Herstellung verschiedener Rezepturarzneimittel und bietet hinsichtlich des Arbeitsschutzes beim Umgang mit Gefahrstoffen mehr Sicherheit. Folgende Grundregeln sind zu beachten:

Denken Sie zudem an erforderliche Einwaagekorrekturen, um Mindergehalte bei Wirk- und Konservierungsstoffen zu vermeiden. Nutzen Sie zum Abwiegen stets kleine und leichte Wägehilfsmittel, beispielsweise antistatische Wägeschiffchen. Stellen Sie die Wägeunterlage in der Mitte des Wägetellers auf und achten Sie darauf, dass sie nicht seitlich über den Tellerrand ragt. Nutzen Sie die Rückwägung der Wägeunterlage als Inprozesskontrolle, hierbei gilt als nachdrückliche Empfehlung für die maximale Abweichung vom Soll:

Vier-Augen-Prinzip ist ein Muss

Unbedingt zu beachten ist das Vier-Augen-Prinzip. Dies erstreckt sich sowohl auf die Überprüfung der Herstellungsvorbereitung (Waagenauswahl, Einwaagekorrekturfaktor, Berechnungen, Mindesteinwaage, Höchstlast) als auch auf die Kontrolle der Richtigkeit der eingewogenen Rezeptursubstanzen während der Herstellung.

Weitere Maßnahmen, insbesondere bei der Festlegung der Standort- und Umgebungsbedingungen, die es im Rahmen eines korrekten Wägemanagements zu beachten gilt, sind:

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