Wer von einer Nosferatu-Spinne gebissen wird, sollte das Tier fangen. / © Getty Images/Elva Etienne
Die Nosferatu-Spinne ist eine endogene Art in Europa, ursprünglich im Mittelmeerraum. 2005 wurde sie zum ersten Mal in Deutschland nachgewiesen. Seitdem verbreite sich die zur Familie der ist Kräuseljagdspinnen gehördende Art vor allem entlang der Süd-Nordachse des Rheins und seiner Nebenflüsse, informiert das Naturkundemuseum Karlsruhe. Laut »Atlas der Spinnentiere Europas« gab es bereits Nachweise bis an die dänische Grenze.
Der Körper der Nosferatu-Spinne ist etwa ein bis zwei Zentimeter lang, die Spannweite der Beine kann bis zu fünf Zentimeter erreichen. Damit ist sie größer als die meisten Hausspinnen. Die bräunliche, haarige Spinne hat auf ihrem Körper eine Zeichnung, die an einen Vampirkopf erinnert, daher der Name.
Wenn sich die Spinne bedroht fühlt, beißt sie auch Menschen (sie kann springen). Sie gehört zu den wenigen einheimischen Spinnenarten, deren Giftklauen die menschliche Haut beim Biss durchdringen. Mit dem Gift lähmt sie normalerweise ihre Beutetiere; für Menschen ist der Biss in der Regel nicht gefährlich. Das Gift von Zoropsis spinimana ist noch nicht im Detail charakterisiert. In der Regel handelt es sich bei Spinnengiften um komplexe Gemische aus Peptiden, Proteinen und kleineren Molekülen wie biogenen Aminen.
Die volle Spannweite kann bei Nosferatu-Spinnen 5 cm betragen. / © PZ/Annette Rößler
Wer von einer Nosferatu-Spinne gebissen wird, sollte das Tier fangen. Falls wider Erwarten eine Behandlung nötig würde, hätte man dann einen Beleg, erklärte der stellvertretende Vorstand der Arachnologischen Gesellschaft und ehemalige Abteilungsleiter Biowissenschaften am Karlsruher Naturkundemuseum, Dr. Hubert Höfer. Ferner sollte man die Bissstelle beobachten.
Der Biss schmerzt nach Angaben des Museums weniger stark als ein Wespenstich. An der Haut könnten Kribbeln oder Gefühllosigkeit auftreten, seltener ein lokaler Schmerz, die laut Höfer nach spätestens wenigen Stunden völlig verschwinden. Falls die Rötung großflächiger ist oder andere Symptome auftreten, könnte man zu einem Arzt oder einer Ärztin – am besten mit Spinne.
Man könne die Tiere zum Beispiel mithilfe eines Glases fangen und dieses samt der Spinne ins Gefrierfach stellen. Entdeckt man einfach so eine Nosferatu-Spinne, rät der Fachmann, diese in Ruhe zu lassen. Wenn man das nicht aushalte, könne man sie mit einem Glas oder Karton fangen und nach draußen bringen.
Wenn zu viele der Spinnen in der Wohnung sind und getötet werden sollen, nennt Höfer ebenfalls die Gefrierfach-Methode. »Erschlagen ist eine Option, die ich als Spinnenliebhaber nicht vorschlagen will, aber das beeinträchtigt die Population sicher auch nicht, Artenschutz ist hier nicht maßgeblich.«
Sichtungen, aber auch Vorfälle wie Bisse sollten dem Naturschutzbund Deutschland gemeldet werden. Darüber hinaus können Informationen auch zu Forschungszwecken dem Atlas der Spinnentiere Europas mitgeteilt werden.