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Laborverband

Coronavirus-Test-Kapazitäten begrenzt

Experten haben erneut auf die begrenzte Kapazität bei Covid-19-Tests hingewiesen. Der Laborverband warnt zudem vor einer falschen Priorisierung bei der Testung, ebenso mangele es an der Zuverlässigkeit der Testergebnisse.
PZ/dpa
20.08.2020  14:00 Uhr

Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) können in Deutschland, zwar mittlerweile rund 1,2 Millionen Proben pro Woche untersucht werden. Diese Zahl beschreibe aber nur die maximale Kapazität, sagte der Vorstandsvorsitzende der Akkreditierten Labore in der Medizin (ALM), Michael Müller, heute der Wochenzeitung «Zeit». Die können wir nur kurzfristig zur Verfügung stellen, nicht dauerhaft.»

Müller warnte vor einer falschen Priorisierung der Kapazitäten. «Die Politik möchte immer, dass wir noch viel mehr testen», sagte Müller. «Man muss sich aber fragen, ob das sinnvoll ist.» So würden Testkapazitäten zum einen etwa dort verbraucht, wo es nicht unbedingt der Eindämmung der Pandemie diene. Zum anderen gebe es immer wieder falsche Ergebnisse, bei denen ein Test trotz Infektion negativ ist und Menschen unwissentlich andere infizieren.

Die ALM-Labore führen eigenen Angaben zufolge rund 90 Prozent aller Corona-Tests durch. Die Testkapazität liege aktuell bei rund einer Million Tests. Die Auslastung der ALM-Labore zog laut einer Mitteilung vom Dienstag zuletzt deutlich an und liegt nun bei 75 Prozent. Zuletzt waren die Testangebote in Deutschland deutlich ausgeweitet worden. Seit Anfang August besteht etwa eine Testpflicht für Reiserückkehrer aus internationalen Risikogebieten. In vielen Bundesländern stehen zudem Lehrern, Erziehern und Kindertagespflegern regelmäßige Tests ohne konkreten Anlass zu.

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