| Annette Rößler |
| 29.06.2021 18:00 Uhr |
Dem Zellskelett oder auch Zytoskelett, einer gelartigen Struktur, mit der Zellen ihre Gestalt aktiv verändern können, widmet die Erlanger Forschergruppe um Seniorautor Professor Dr. Jochen Guck schon länger besondere Aufmerksamkeit. Die Wissenschaftler wollen es als Ansatzpunkt für die Früherkennung von Krebs nutzbar machen. Denn Krebszellen bauen ihr Zellskelett bereits um und werden weicher, bevor sie bestimmte Oberflächenmerkmale ausprägen, die man mithilfe von Antikörpern identifizieren kann.
Wie aus einem Hintergrundartikel auf der Seite des Max-Planck-Instituts hervorgeht, wird die Echtzeit-Verformungszytometrie derzeit an der Uniklinik Erlangen in der Diagnose der Leukämie getestet. Auch bei der Diagnose von Lungenkrebs und als Teil regelmäßiger Kontrolluntersuchungen während und nach einer Tumortherapie könnte das Verfahren aus Sicht der Forscher einen wichtigen Beitrag leisten. Covid-19 beziehungsweise die Nachsorge der Infektion kommen jetzt als potenzielle Einsatzbereiche noch hinzu.