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Landtagswahl Sachsen-Anhalt

CDU deutlich vor AfD

Die CDU wird auch im nächsten Landtag von Sachsen-Anhalt die stärkste Fraktion stellen. Die Partei von Ministerpräsident Rainer Haseloff kann sich laut dem vorläufigen Endergebnis sogar über deutliche Zugewinne von 7,3 Prozentpunkten freuen und landet somit deutlich vor der AfD. Grüne und FDP haben die 5-Prozent-Hürde genommen und ziehen in den Landtag ein.
Benjamin Rohrer
06.06.2021  18:15 Uhr

Die CDU Sachsen-Anhalt kann bei der heutigen Landtagswahl einen deutlichen Wahlsieg verbuchen. Dem vorläufigen Endergebnis zufolge stimmten 37,3 Prozent der Wahlberechtigten für die Christdemokraten, die in den vergangenen Jahren die Koalition mit SPD und Grünen anführten. Für die CDU ist dies ein deutlicher Schritt nach vorne, denn 2016 hatte die Partei einige Prozentpunkte eingebüßt und lag nur noch etwa 5 Prozentpunkte vor der AfD. Auch in den Umfragen vor der Landtagswahl hatte die AfD nur knapp hinter den Christdemokraten gelegen.

Doch das Wahlergebnis zeigt ein anderes Bild: Die AfD schneidet demnach mit 20,8 Prozent etwa 3,5 Prozentpunkte schlechter ab als noch 2016. Auch die SPD muss erneut Verluste hinnehmen, die Sozialdemokraten sinken um 2,2 Prozentpunkte ab und liegen bei 8,4 Prozent (2016: 10,6 Prozent). Die Grünen können nur marginale Gewinne verbuchen und steigen von 5,2 auf rund 5,9 Prozent.

Die deutlichsten Verluste muss die Linkspartei akzeptieren, die dem vorläufigen Endergebnis zufolge bei 11 Prozent liegt – 2016 hatte die Partei noch 16,3 Prozent der Wahlberechtigten überzeugt. Die FDP kann sich über einen Wiedereinzug in den Landtag freuen: Während die Liberalen 2016 nur sehr knapp (4,9 Prozent) die 5-Prozent-Hürde verpasst hatten, liegen sie in diesem Jahr bei 6,4 Prozent. 2006 war die FDP zum letzten Mal in den Landtag eingezogen und war dann 2011 deutlich an der 5-Prozent-Hürde gescheitert.

Welche Parteien in Sachsen-Anhalt für eine Regierungskoalition in Frage kommen könnten, ist derzeit noch offen. Trotz der Verluste der SPD hätte die derzeitige »Kenia«-Koalition aus CDU, Grünen und SPD eine deutliche Mehrheit im Magdeburger Landtag. Die CDU hatte mögliche Bündnisse mit der AfD und den Linken vor der Wahl ausgeschlossen. Rein theoretisch auch ein Vierer-Bündnis denkbar: Dann käme zur derzeitigen Koalition noch die FDP hinzu. Auch eine sogenannte »Deutschland-Koalition« (CDU, SPD, FDP) wäre rein rechnerisch möglich. Sogar für eine Koalition aus CDU und SPD gäbe es eine knappe Mehrheit im Landtag.

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