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Ab 2022

Carola Reimann wird Vorstandschefin beim AOK-Bundesverband

Ab dem nächsten Jahr wird die ehemalige Politikerin Carola Reimann Vorstandsvorsitzende des AOK-Bundesverbands. Ihr Vertrag ist für sechs Jahre angesetzt. Der Aufsichtsrat des Verbands hat die Personalie einstimmig per Wahl beschlossen, informierte der Bundesverband am Mittwoch. Reimann war viele Jahre im Bundestag und bis März 2021 Gesundheitsministerin in Niedersachsen.
Charlotte Kurz
28.07.2021  17:15 Uhr

Carola Reimann wird damit ab 1. Januar 2022 Nachfolgerin des amtierenden Vorstands-Chefs Martin Litsch. Litsch wird Ende 2021 in den Ruhestand gehen. Reimann freut sich darauf, »in der neuen Legislaturperiode die Interessen der AOK-Gemeinschaft mit ihren 27 Millionen Versicherten zu vertreten.« Es gebe viel zu tun, der Reformbedarf im deutschen Gesundheitswesen sei unübersehbar, so die ehemalige Politikerin.

Die 53-Jährige war von 2017 bis zum 1. März 2021 Gesundheitsministerin in Niedersachsen im Kabinett unter Ministerpräsident Stephan Weil (SPD). Dieses Amt legte sie aus gesundheitlichen Gründen nieder. Ihre Nachfolgerin ist Daniela Behrens (SPD). Davor saß Reimann 17 Jahre lang im Bundestag (2000 bis 2017). Sie setzte sich gleich zu Beginn für Gesundheitsthemen ein und war seit 2000 Mitglied im Gesundheitsausschuss. Von 2009 bis 2013 bekleidete sie zudem das Amt der Vorsitzenden dieses Ausschusses. Von 2005 bis 2009 war sie die gesundheitspolitische Sprecherin der SPD-Fraktion im Bundestag. Reimann ist studierte und promovierte Biotechnologin.

AOK-Aufsichtsrat zufrieden mit der Wahl

Zur gewonnen Wahl erklärte der alternierende Aufsichtsratsvorsitzende der Arbeitgeberseite, Volker Hansen: »Wir sind sehr froh, dass wir Frau Reimann für diese verantwortungsvolle Aufgabe in Berlin gewinnen konnten. Sie war unsere Wunschkandidatin.« Als erfahrene Gesundheitspolitikerin, die über 20 Jahre hinweg viele wichtige Positionen innehatte, verfüge sie über entsprechend viel Kompetenz, sei bestens vernetzt und kenne die Herausforderungen, besonders auch im Zusammenspiel zwischen Bund und Ländern, so Hansen.

Und auch vonseiten der Versicherten erhält Reimann großes Vertrauen: »Es gibt wohl kaum jemand, der für diesen Job besser geeignet wäre als Carola Reimann. Gesundheit ist ihr Thema, und sie kennt es auch aus der regionalen Perspektive. Ihr gesundheitspolitischer Sachverstand, ihre beruflichen Stationen in Berlin und Hannover, ihre sozialpolitische Erfahrung qualifizieren sie hochgradig für diese Aufgabe an der Spitze der AOK-Gemeinschaft«, erklärte Knut Lambertin, alternierender Aufsichtsratsvorsitzender der Versicherten. Abgesehen davon sei es auch an der Zeit, dass der Verband von einer Frau geführt werde, so Lambertin.

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