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Markteinführung
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Bulevirtid bei Hepatitis D

Seit September 2020 gibt es erstmals eine zugelassene Therapie für die chronische Hepatitis D im Handel. Das Orphan Drug Bulevirtid (Hepcludex® 2 mg Pulver zur Herstellung einer Injektionslösung) stammt von der Firma Myr Pharmaceuticals.
AutorKontaktSven Siebenand
Datum 02.10.2020  07:08 Uhr

Wechselwirkungen umgehen

Verschiedene Arzneimittel können die NTCP-Zielstruktur von Bulvirtid hemmen. Daher wird es nicht empfohlen, sie mit dem neuen Arzneistoff zu kombinieren. Zu diesen Arzneistoffen zählen zum Beispiel Sulfasalazin, Irbesartan, Ezetimib, Ritonavir und Ciclosporin A. Zudem ist die gleichzeitige Anwendung von NTCP-Substraten nach Möglichkeit zu vermeiden. Dazu zählen zum Beispiel verschiedene Statine sowie Schilddrüsenhormone und Estron-3-sulfat.

Als Vorsichtsmaßnahme sollten Schwangere und Frauen im gebärfähigen Alter, die keine Verhütungsmethode anwenden, nicht mit Bulevirtid behandelt werden. In der Stillzeit muss überlegt werden, ob das Stillen unterbrochen oder auf die Arzneistoff-Therapie verzichtet wird.

Hepcludex wird im Gefrierschrank aufbewahrt (- 20 Grad Celsius). Vor der Rekonstitution kann das Mittel bis zu drei Monate im Kühlschrank bei 2 bis 8 Grad Celsius aufbewahrt werden. Danach ist es für zwei Stunden bei Raumtemperatur stabil. Aus mikrobiologischer Sicht wird jedoch dazu geraten, es nach Rekonstitution sofort zu verwenden.



 

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