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FDA-Zulassung

Brustkrebstherapie für zu Hause

Die US-Arzneimittelbehörde hat eine Kombi-Spritze mit zwei Antikörpern zur Brustkrebstherapie zugelassen, die medizinisches Personal den Patientinnen zu Hause verabreichen kann.
Daniela Hüttemann
30.06.2020
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Das Präparat Phesgo® von Genentech enthält die monoklonalen Antikörper Pertuzumab und Trastuzumab in fixer Kombination sowie das Enzym Hyaluronidase. Indiziert ist es bei Patientinnen mit HER2-positivem Brustkrebs. Normalerweise erhalten die Betroffenen Pertuzumab- und Trastuzumab-Infusionen (Perjeta® und Herceptin®) in Krankenhäusern oder medizinischen Versorgungszentren. Die neue Applikationsform ist auch für die Anwendung zu Hause gedacht, allerdings nicht durch die Patientin selbst, sondern geschultes medizinisches oder pflegerisches Personal. Das Mittel wird subkutan injiziert, was laut Hersteller nur wenige Minuten dauert im Gegensatz zu mehreren Stunden bei der Infusion.

Die Zulassung des Präparats sei vier Monate eher als geplant erfolgt, da man dadurch auch Krebspatienten als besondere Risikogruppe während der Corona-Pandemie besser vor einer SARS-CoV-2-Infektion schützen will. Zwar erspart Phesgo den Patientinnen nicht die Chemotherapie, kann sie aber ergänzen. Zudem wird die Antikörper-Behandlung nach Ende der Chemotherapie fortgeführt, was nun zu Hause erfolgen kann. Die Nicht-Unterlegenheit dieser Behandlung im Vergleich zur herkömmlichen Infusion wurde in der FeDeriCa-Studie belegt. Wirksamkeit und Verträglichkeit waren vergleichbar, wobei bei der subkutanen Gabe noch lokale Reaktionen hinzukamen.

Pertuzumab und Trastuzumab binden beide an den epidermalen Wachstumsfaktor-Rezeptor 2 (HER2), allerdings an unterschiedlichen Stellen, und unterbinden so das Tumorwachstum. Die Hyaluronidase soll die Dispersion und Absorption der Antikörper verbessern.

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