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Abgaberegelung

BMG beugt Engpass bei Paracetamol vor

Im Zuge der Coronavirus-Pandemie ist der Fiebersenker Paracetamol derzeit stark nachgefragt. Um einem drohenden Engpass vorzubeugen, bittet das BMG Hersteller, Großhandel und Apotheken, das Medikament nur noch im akuten Behandlungsfall abzugeben und ansonsten auf Alternativen zu setzen
Ev Tebroke
24.03.2020
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Derzeit wird Paracetamol im Zuge der Coronavirus-Pandemie stark nachgefragt. In vielen Apotheken gibt es bereits Engpässe bei der Versorgung mit dem schmerzlindernden und fiebersenkenden Medikament. Damit aus dem derzeitigen Lieferengpass kein Versorgungsengpass entsteht, hat sich das Bundesgesundheitsministerium (BMG) nun in einem Brief an die Hersteller, Großhändler und Apotheken gewandt.

In dem Schreiben fordert Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) die Beteiligten auf, Paracetamol-haltige Medikamente nur noch in »im akuten Behandlungsfall benötigte Mengen« zu liefern und abzugeben. Was die Abgabemengen betrifft, so sollen sich die Hersteller an den durchschnittlichen monatlichen Absatzzahlen aus dem Jahr 2019 orientieren. Ziel ist es laut BMG, die bedarfsgerechte Versorgung mit Paracetamol-haltigen Arzneimitteln weiterhin sicherzustellen.

Apotheken sind angehalten, zu therapeutischen Alternativen zu beraten und Paracetamol-haltige Medikamente nur abzugeben, wenn eine solche Alternative im individuellen Einzelfall nicht infrage kommt. Auch sollen die Apotheken diese Medikamente nur in für den Behandlungsfall notwendigen Mengen abgeben. Das gleiche gelte auch für den Versandhandel, so das BMG.

Auch die Ärzte sollen besagte Medikamente nur noch verordnen, wenn keine therapeutische Alternativen einsetzbar sind. Sie sollten zudem lediglich medizinisch notwendige Packungsgrößen verschreiben.

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