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Schwangerschaft
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Blutdruckmuster kündigt postpartale Hypertonie an

Bluthochdruck während der Schwangerschaft birgt erhebliche Risiken für die Gesundheit der Mutter. Jedoch können sich unterschiedliche Blutdruckmuster während der Schwangerschaft auch auf das Risiko für Bluthochdruck im späteren Leben auswirken. Aktuelle Studienergebnisse zeigen, dass auch suboptimale Werte innerhalb eines klinisch normalen Bereichs mit einem höheren Risiko für Bluthochdruck nach der Geburt verbunden sein können.
AutorKontaktTheo Dingermann
Datum 15.04.2025  15:10 Uhr

Mangelnde physiologische Anpassung

Offensichtlich gehen diese Verlaufsmuster mit einem Fehlen der physiologischen Blutdrucksenkung im mittleren Trimenon einher, was auf eine maladaptive kardiovaskuläre Anpassung an die Schwangerschaft hindeuten könnte. Potenzielle pathophysiologische Mechanismen umfassen eine subklinische vaskuläre Dysfunktion und eine unvollständige Rückbildung hämodynamischer Belastungen nach der Geburt.

Die Gruppe, in der der Blutdruck schwankte, wies wiederum ein charakteristisches Muster einer postpartalen diastolischen Blutdrucksenkung auf, das auf eigenständige kardiovaskuläre Reorganisationsprozesse hindeuten könnte.

Sowohl die Frauen mit einem konstant erhöhten als auch die mit schwankendem Blutdruck zeigten zudem höhere Raten von Adipositas, Gestationsdiabetes und Frühgeburten.

Die Studie unterstreicht, dass Blutdruckverläufe während der Schwangerschaft, unabhängig von den gängigen klinischen Grenzwerten, frühzeitig Hinweise auf spätere kardiovaskuläre Risiken liefern können. Es sei notwendig, Verlaufsmusteranalysen in die pränatale und postpartale Versorgung zu integrieren, insbesondere um bisher nicht klassifizierte Risikogruppen zu identifizieren.

Ein gezieltes Screening während des vierten Trimesters – laut dem American College of Obstetricians and Gynecologists sind das die zwölf Wochen nach der Geburt – könnte künftig zur Prävention maternaler Langzeiterkrankungen beitragen, merken die Autoren an.

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