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Bundeswehrforscher

Biotech wesentliches Element künftiger Kriege

Leistungssteigernde Medikamente: Bei der Bundeswehr verboten

Leistungssteigernde Medikamente: Bei der Bundeswehr verboten

Einen Vorgeschmack gibt es schon jetzt in der Zusammenarbeit von Streitkräften. «Da kann es vorkommen, dass einige Nationen ganz legal, auf Basis ihrer nationalen Gesetze, leistungssteigernde Mittel oder Geräte verwenden, die bei anderen verboten sind», erklärte Haggenmiller. Ein Beispiel: «Wenn die einen aufgrund von Medikamenten eine Woche lang durchkämpfen können, während die anderen diese Substanzen nicht nehmen dürfen und am fünften Tag nicht mehr imstande sind, Feuerschutz zu geben, entsteht offenkundig ein Ungleichgewicht. Vermeiden wollen wir das durch länderübergreifend akzeptierte medizinische und ethische Standards.» Bei der Bundeswehr ist leistungssteigernde Einsatz von Medikamenten verboten.

In der Erprobung sind auch sogenannte Exoskelette. Es handelt sich um Maschinen, die man sich anziehen kann und die beim Heben und Tragen schwerer Lasten helfen. Haggenmiller geht davon aus, dass andere Nationen schon wesentlich mehr Geld in diese Projekte stecken bis hin zu «Degradation». «Andere Nationen haben eben weniger Scheu vor manchen Entwicklungen, ein anderes ethisches und juristisches Verständnis», so der Forscher.

Ein ernstes Problem entstehe, wenn in relativ naher Zukunft Biotechnologie leichter handhabbar werde. Kriminelle oder terroristische Organisationen könnten dann, womöglich unterstützt von Staaten, in den Besitz von Biowaffen gelangen, indem sie Viren, Bakterien oder Sporen modifizieren. «Solche Szenarien müssen wir denken. Wir müssen Regeln und Instanzen schaffen, bevor Gestalt annimmt, was gestern noch Fiktion war.»

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