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Krampfadern

Besser operieren als lasern

Werden Krampfadern mittels Lasertherapie verschlossen, ist die Rückfallrate deutlich höher, als wenn sie operativ entfernt werden. Bis zu fünfmal häufiger kommt es nach einer Lasertherapie zu einem Rezidiv, berichtet jetzt ein Team Bochumer Forscher im Fachjournal »Phlebologie«.
Annette Mende
06.03.2019
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Krampfadern an den Beinen sind in erster Linie kosmetisch störend, führen bei stärkerer Ausprägung aber auch zu Ödemen und begünstigen Venenentzündungen und Thrombosen. Ist eine der Stammvenen, etwa die große Rosenvene (Vena saphena magna) betroffen, raten Ärzte ihren Patienten oft dazu, die Varizen entfernen zu lassen. Hierfür stehen verschiedene Methoden zur Verfügung, darunter operative Verfahren wie das sogenannte Stripping oder die Versiegelung des betroffenen Gefäßes mittels Laser. Letztere erfolgt über einen Katheter, der in die Vene eingeführt und dann kurz sehr stark erhitzt wird.

»Wegen der starken Hitzeentwicklung muss man dabei einen Sicherheitsabstand von der tiefen Beinvene halten, von der die Vena saphena magna abzweigt«, erklärt Professor Dr. Achim Mumme von der Ruhr-Universität Bochum in einer Pressemitteilung der Universität. Durch diesen Sicherheitsabstand bleibe allerdings ein Stumpf der behandelten Vene stehen, von dem ausgehend es zur erneuten Bildung von Krampfadern kommen kann. Bei der operativen Entfernung von Krampfadern sei das Stehenlassen eines Stumpfes genau deshalb auch ein Behandlungsfehler.

Da die Lasertherapie sich zunehmender Beliebtheit erfreut, belastbare Daten zur Auswirkung dieser Entwicklung auf die Rezidivrate aber fehlten, durchforsteten Mumme und sein Team nun die Literatur nach geeigneten Publikationen. Sie berücksichtigten prospektive randomisierte Studien mit mindestens fünf Jahren Nachbeobachtungszeitraum, in denen die Lasertherapie mit operativen Verfahren verglichen wurde. Insgesamt kam es demnach nach dem Lasern 1,7- bis 5,6-mal häufiger zu einem Rezidiv als nach der OP.

Mumme weist darauf hin, dass ein Rezidiv nicht nur für den Patienten unangenehm, sondern auch für das Gesundheitswesen kostspielig ist, weil erneut Behandlungskosten fällig werden. Ärzte sollten ihre Patienten daher auf die Studienlage hinweisen und ihnen gegebenenfalls die Operation als Methode der ersten Wahl anbieten.

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