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Zusatzbeiträge
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Beitragserhöhungen »keine Ausnahme«

Heute will der Schätzerkreis seine Prognose zum Finanzbedarf der Kassen im kommenden Jahr abgeben. Dass trotz Stabilisierungsmaßnahmen Beitragserhöhungen kommen werden, mutmaßt der Grünen-Gesundheitspolitiker Janosch Dahmen. Morgen wird ein maßgebliches Gesetz verabschiedet.
AutorKontaktCornelia Dölger
Datum 14.10.2026  13:00 Uhr

An diesem Mittwoch dürfte sich entscheiden, wie groß die Finanzlücke der gesetzlichen Krankenversicherung in den kommenden Monaten tatsächlich ist. Dann legt der Schätzerkreis aus Vertretern des Gesundheitsministeriums, des Bundesamts für Soziale Sicherung (BAS) und des GKV-Spitzenverbands seine Prognose für die Einnahmen und Ausgaben der Krankenkassen im laufenden und im kommenden Jahr vor.

Wie haltbar die Voraussagen sind, wird sich dann zeigen. Bereits Anfang 2026 war schnell klar, dass die offizielle Prognose zu niedrig angesetzt war. Dass es zum nächsten Jahreswechsel wieder genau so kommen könnte, mutmaßt der Grünen-Gesundheitspolitiker Janosch Dahmen. »Es ist jetzt schon absehbar, dass einige Kassen im Januar ihre Zusatzbeiträge über die durchschnittlichen 3,1 Prozent erhöhen werden«, prognostizierte Dahmen gegenüber der PZ.

Grund dafür seien allein schon die gesetzlichen Vorgaben zur Rücklagenbildung. Angesichts der Zusagen der Politik, dass die Beiträge stabil blieben, fühlten sich die Menschen damit in die Irre geführt. Wie viele Kassen ihre Beiträge erhöhen, mochte Dahmen nicht vorhersagen. »Es wird aber keine Ausnahme sein.« Dahmen verwies darauf, dass zu Jahresbeginn 2026 die prognostizierten durchschnittlichen 2,9 Prozent von mehr als der Hälfte der Kassen gerissen wurden, sodass das Mittel auf 3,1 Prozent anstieg.

Finanzschätzung als Grundlage

Die Berechnungen des Schätzerkreises gelten als wichtiger Indikator für die weitere Entwicklung der Beiträge. Wie ein BAS-Sprecher der PZ mitteilte, wird sich das Gremium nach den Beratungen am Nachmittag oder frühen Abend zum Ergebnis der Beratungen äußern.

Die Bundesregierung will unmittelbar nach der Prognose des Schätzerkreises gegensteuern. Zeigen die Prognosen ein Defizit, wächst der Druck auf die Kassen, die Zusatzbeiträge anzuheben. Zwar entscheidet jede Krankenkasse selbst über ihre Zusatzbeiträge. Die Finanzschätzung liefert jedoch die Grundlage für diese Entscheidungen. Mit dem GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz, das im Sommer im Eiltempo verabschiedet wurde, war die Pflicht der Kassen, ihre Versicherten über Beitragserhöhungen zu informieren, entfallen. Die Koalitionsfraktionen revidierten die Pläne aber und wollen die Pflicht mit Änderungsanträgen zum Gesetz wieder einführen.

Die fachfremden Änderungsanträge sollen über die Notfallreform als Trägergesetz beschlossen werden. Das Gesetz wird an diesem Vormittag im Gesundheitsausschuss beraten und soll morgen in 2./3. Lesung vom Bundestag beschlossen werden. Zu den nachträglichen Sparideen zählten auch die umstrittenen Zytostatika-Ausschreibungen auf Apothekenebene. Davon sahen die Koalitionsfraktionen in letzter Minute aber wieder ab.

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