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Brandenburg
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Behrendt: »Das Jahr war eher grau«

In Olaf Behrendts Augen hat es in diesem Jahr kaum Highlights gegeben. Das hob der Vorsitzende des Apothekerverbands Brandenburg (AVB) in seinem Vorstandsbericht bei der diesjährigen Mitgliederversammlung in Potsdam hervor. Bedenken und Kritik äußerte er vor allem bei den Themen Apothekensterben, AvP-Insolvenz, Hilfsmittelversorgung und Apotheken-Stärkungsgesetz.
AutorKontaktJennifer Evans
Datum 28.09.2020  15:04 Uhr
E-Rezept, AvP-Insolvenz und Präqualifizierung

E-Rezept, AvP-Insolvenz und Präqualifizierung

Für wichtig hält Behrendt auch das E-Rezept-Projekt im Raum Berlin-Brandenburg. Das vom Bundesministerium für Gesundheit (BMG) geförderte Modellvorhaben, das bereits 2019 startete, befindet sich inzwischen in der zweiten Phase, in der es unter anderem von Berlin auf Brandenburg ausgeweitet wurde. Nach Angaben des AVB-Vorsitzenden will die Brandenburgische Gesundheitsministerin Ursula Nonnemacher (Bündnis 90/Die Grünen) »laufend darüber informiert werden« und bei möglichen Problemen selbst »die Steine aus dem Weg räumen«.

Aus aktuellem Anlass war natürlich auch die Insolvenz des Apothekenrechenzentrums AvP ein großes Thema bei der Veranstaltung. Eine Abfrage unter den Verbandsmitgliedern hat Behrendt zufolge ergeben, dass in Brandenburg 20 Prozent der Apotheken betroffen sind. Das entspricht insgesamt 111 Apotheken. »Ich bin schockiert«, sagte er. Der AVB könne in dieser Angelegenheit zwar nicht die Rechte der AvP-Apotheken vertreten, wolle aber Hilfestellung leisten. »Wir tun alles, um die Kollegen rechtlich zu unterstützen.« Generell sieht er die Insolvenz als Gefahr für die flächendeckende Arzneimittelversorgung und wies in diesem Zusammenhang noch einmal deutlich darauf hin, wie wenig Raum das derzeitige Honorierungssystem den Apotheken für eine entsprechende Risikovorsorge lasse.

Ein weiteres Ärgernis aus dem vergangenen Jahr ist in Behrendts Augen das Thema Präqualifizierung rund um die Hilfsmittelversorgung. Seiner Ansicht nach steht der bürokratische Aufwand in keinem Verhältnis zum Nutzen. »Wir sind nicht die Samariter der Nation. Es ist ein Zuschussgeschäft«, stellte er klar. Und weiter: »Ich verstehe jeden, der sich künftig davon verabschieden will.« Darüber hinaus bemängelte er die Zusammenarbeit mit der Agentur für Präqualifizierung (AfP). Insbesondere die widersprüchlichen Aussagen sowie die schlechte telefonische Erreichbarkeit machten den Apotheken das Leben schwer. Daher appellierte Behrendt an seine Verbandsmitglieder, ihm ab sofort ihre Erfahrungen mit AfP mitzuteilen sowie ihn ebenfalls darüber in Kenntnis zu setzen, sollte sich jemand dazu entschließen, aus der Hilfsmittelversorgung auszusteigen. »Wir sammeln all diese Informationen und bleiben weiter an dem Thema dran«, versprach er.

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