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Glyphosat-Prozesse

Bayer legt Berufung ein

Der Pharmakonzern Bayer hat wie angekündigt Berufung gegen ein weiteres Urteil in einem US-Verfahren um angebliche Krebsrisiken seines Unkrautvernichters Glyphosat eingelegt. Ein entsprechender Antrag sei beim zuständigen Gericht in San Francisco eingereicht worden, teilte der Konzern am Montag mit.
dpa
18.12.2019  13:00 Uhr

Die zunächst von einer Jury verhängte Strafzahlung vom März war bereits von gut 80 Millionen US-Dollar auf 25,3 Millionen US-Dollar (22,7 Millionen Euro) reduziert worden. Trotzdem hatte Bayer rasch mitgeteilt, die Entscheidung anzufechten, um den Schuldspruch aufheben zu lassen. Der Kläger hatte den glyphosathaltigen Unkrautvernichter Roundup des von Bayer übernommenen US-Saatgutriesen Monsanto für seine Krebserkrankung verantwortlich gemacht. Die Geschworenen entschieden, dass der Konzern haftbar sei.

Bayer hat mit dem über 60 Milliarden US-Dollar teuren Monsanto-Kauf im Jahr 2018 erhebliche Rechtsrisiken übernommen. Zuletzt gab es in den USA rund 42.700 Glyphosat-Klagen wegen angeblicher Krebsgefahren. Die ersten drei Prozesse hat Bayer verloren, aber jeweils Berufung angekündigt. Alle weiteren Verfahren in diesem Jahr wurden verschoben. Die meisten Analysten erwarten, dass sich das Unternehmen über kurz oder lang auf einen milliardenschweren Vergleich mit den zahlreichen Klägern einigen wird. Darauf dringen auch die zuständigen Gerichte.

 

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