Pharmazeutische Zeitung online
Zyto-Skandal

VdPP fordert Whistleblower-Schutz

19.12.2017
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Von Stephanie Schersch / Der Verein demokratischer Pharmazeutinnen und Pharmazeuten (VdPP) drängt auf Konsequenzen aus dem sogenannten Zyto-Skandal. Derzeit muss sich ein Apotheker aus Bottrop in Essen vor Gericht verantworten, der über Jahre Krebsmedikamente gestreckt haben soll, um Kosten zu sparen. Diese Vorgänge müssten »wachrütteln und dazu führen, genauer hinzuschauen und Schwachstellen des bisherigen Systems zu erkennen«, fordert der VdPP.

 

Handlungsbedarf sieht der Verein unter anderem bei den Überwachungsstellen. Diese seien überlastet, eine umfassende Kontrolle daher kaum möglich. 

 

»Die heute in einigen Ländern stattfindende Überwachung durch Apothekerkammern ist zu hinterfragen«, heißt es. Zudem sei eine bessere Personalausstattung Voraussetzung für eine strengere Aufsicht. Auch unangemeldete Kontrollen müssten künftig selbstverständlich sein.

 

Der Verein kann sich zudem erweiterte Pflichten wie eine Eingangs- und Ausgangsdokumentation für Wirkstoffe vorstellen. »Da dies bislang üblicherweise nicht Teil der Apothekenüberwachung ist, wäre zu prüfen, ob dies in das normale Procedere aufgenommen oder eine andere Stelle ermächtigt wird, hier stichprobenartig die entsprechenden Daten anzufordern.« Aus Sicht der Pharmazeuten könnten diese Aufgabe etwa die Stellen zur Bekämpfung von Fehlverhalten im Gesundheitswesen übernehmen, die bei den Krankenkassen angesiedelt sind.

 

Wichtig ist aus Sicht des VdPP zudem eine Art Whistleblower-Schutz für Mitarbeiter. »Arbeitsrechtlicher Schutz ist zumindest dann zu gewährleisten, wenn diese Hinweise zur Aufdeckung illegaler Praktiken geführt haben«, heißt es. Dabei sollten die Mitarbeiter eine Vertrauensstelle als Anlaufpunkt haben. /

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