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Universität München

Viel zu feiern

12.12.2017
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Von Brigitte M. Gensthaler, München / Überfüllt war der große Buchner-Hörsaal bei der Akademischen Abschlussfeier der Pharmazie Ende November in München. Rund 120 Absolventen erhielten ihre Urkunde und etliche zudem eine Auszeichnung.

Vor den schon traditionellen Preisverleihungen überreichten Professor Dr. Martin Biel, Direktor des Departments für Pharmazie, und Studien­dekan Professor Dr. Franz Paintner die Urkunden an 89 Pharmazie-Staats­examens-­Studenten, 20 Absolventen des Bachelor-Studiengangs sowie 13 Master-Absolventen in Pharmaceu­tical Sciences. Unter dem Applaus des ­Auditoriums gratulierten sie jedem Absolven­ten persönlich.

Dekan Professor Dr. Peter Klüfers erinnerte die Absolventen daran, dass zu einem Heilberuf neben den fachlichen Inhalten auch die ethischen Aspekte unbedingt dazugehören. »Die wissenschaftliche Lauterkeit ist essenziell.« Aber der Sprung in ein Fehlverhalten sei oft nur klein. Manchmal erscheine es zunächst wie eine lässliche Sünde, erklärte er am Beispiel einer Disserta­tion, in der der Fehler im Weglassen von Daten bestand. Der Versuchung müsse man trotz des ständigen Erfolgsdrucks widerstehen. »Die notwendige Lauterkeit ist zwingende Voraussetzung für einen langfristigen Erfolg.«

Verleihung der Preise

 

Auch in diesem Jahr wurden die Besten mit Preisen ausgezeichnet. Der Herbert-Marcinek-Preis 2017 für heraus­ragende Leistungen im ersten Studienabschnitt, gestiftet von der Familie Marcinek, ging an drei Absolventen: Isabelle Chong, Franz Geißlinger und Lara Kinscher.

 

Für ihre exzellenten Leistungen im zweiten Abschnitt der Pharmazeutischen Prüfung zeichnete der Vorsitzende des Stiftungsrats der Dr. August und Dr. Anni Lesmüller-Stiftung, Dr. Hermann Vogel, die Absolventen Eva ­Kovacˇ , Dan-Andrei Kronberger und ­Michael Thiebes mit dem Lesmüller-Preis aus. Der Ehrenpräsident der Bayerischen Landesapothekerkammer gratulierte als »kollegialer Ur-Großvater« allen Absolventen zum erfolgreichen Abschluss und wünschte ihnen weiterhin fachliche und berufliche Motiva­tion. »Die Politik entscheidet, wie die Apotheker in der Gesellschaft positioniert werden«, erinnerte Vogel und appel­lierte nachdrücklich an den Nachwuchs: »Interessieren Sie sich für die berufliche Selbstverwaltung und die Gesundheitspolitik.«

Daiichi-Sankyo-Master-Preis

 

Privatdozentin Dr. Nora Urbanetz, Vizepräsidentin Pharmaceutical Development bei Daiichi Sankyo Europe, zeichnete Kristina Eiglmeier und Martin Müller als beste Absolventen des Master­studiengangs Pharmaceutical Sciences mit dem Daiichi-Sankyo- Master-Preis aus.

 

Für die Entwicklung neuer Arzneimittel sei der Fachmann Apotheker unersetzlich, aber auch bei der Umsetzung von Innovationen. »Sie sind wesentlich daran beteiligt, dass eine Erfindung wirklich beim Patienten ankommt und ihm nützt«, sagte Urbanetz. »Nehmen Sie diesen Auftrag wahr und starten Sie mit Stolz und Selbstwertgefühl in den nächsten Karriereschritt.«

 

AbbVie-Promotionspreis

 

Bei der Abschlussfeier wurden auch die besten Promotionsarbeiten des Departments für Pharmazie aus dem vergangenen Jahr gewürdigt. Dr. Stefan Simianer, Geschäftsführer Forschung & Entwicklung bei AbbVie Deutschland, überreichte die AbbVie-Promo­tions­preise an Dr. Stefanie Funke aus der Arbeits­gruppe von Professor Dr. Friess und Dr. Dian-Jang Lee aus dem Arbeitskreis von Professor Dr. Ernst Wagner.

 

Funke untersuchte die Beschichtung von Spritzenkörpern und optimierte deren Silikonbeschichtung. Schwierig sei es, die Balance zu halten zwischen guter Funktionalität und der Interak-­tion von Arzneistoff und Silikonbeschichtung, erklärte die Apothekerin in einer kurzen Präsentation der Arbeit. Lee arbeitete über small interfering RNA-Moleküle und präsentierte Kernpunkte seiner Arbeit »Oligoamino­amide-Based siRNA Formulations for Folate Receptor-Directed Tumor Target­ing and Gene Silencing«.

 

Mathe als Festvortrag

 

Nach so vielen Urkunden und Auszeichnungen sah manch einer dem Vortrag von Professor Dr. Albrecht Beutels­pacher, Institut für Mathematik der Universität Gießen, kritisch entgegen. Doch der Referent präsentierte mathematische Experimente und Einsichten mit so großer Überzeugungskraft und didaktischem Geschick, dass das Auditorium ihm fasziniert folgte. »Unsere Experimente am Mathematikum sind einfach, denn wir konzentrieren uns auf das Wesentliche, den Kern des Problems.« Beutelspacher führte Experimente vor, die zum mathematischen Denken anregen sollten. Wie macht man aus zwei Rauten oder einem rechteckigen Blatt Papier eine Pyramide? Wie kann man große Zahlen multiplizieren ohne zu rechnen, nur mit Strichen und Kreuzungspunkten? Und wie gewinnt man aus zwei roten Papierstreifen zwei ineinander verschlungene Herzen? Das Auditorium folgte den verblüf­fenden Experimenten mit ­Spannung und ebenso großer Be­geisterung. /

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