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Lieferprobleme

AOK fordert Meldepflicht für Arzneimittellagerbestände

30.11.2016
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Von Ev Tebroke / Um die Arzneimittelversorgung transparenter zu machen, fordert die AOK Baden-Württemberg die Einführung einer Meldepflicht für Arzneimittellagerbestände.

 

»Die AOK Baden-Württemberg spricht sich entschieden für eine transparente Lieferkette und transparente Vorratshaltung aus«, sagte der Chef der AOK Baden-Württemberg, Christopher Hermann. Er empfiehlt die Einführung einer Dokumentations- und Meldepflicht für bestellte und für gelieferte Mengen von Medikamenten auf Hersteller-, Großhandels und Apothe­kenebene.

 

Hermann, der auch Verhandlungsführer der bundesweiten AOK-Arzneimittelrabattverträge ist, wehrt sich gegen die Annahme, Rabattverträge seien die Ursache für das Problem von Lieferengpässen. Gerade diese Verträge seien das einzige Instrument, Lieferausfälle unter Sanktion zu stellen, betonte er. Denn zum Umfang der Verträge gehörten auch Lieferkonditionen und Vertragsstrafen, die dann fällig werden, wenn Hersteller ihre Pflichten nicht erfüllten. »Deshalb sind unsere Rabattverträge der einzige Garant dafür, dass pharmazeutische Unternehmen stets ihr Möglichstes tun, um den deutschen Markt im benötigten Umfang zu beliefern«, erläuterte Hermann.

 

Die Ursache von Lieferproblemen liegt nach Ansicht der AOK in der Intransparenz der Warenströme des Arzneimittelmarkts. An welcher Stelle der langen Lieferkette vom Hersteller über Großhandel bis hin zur Apotheke ein Problem auftritt, das den Lieferengpass verursacht, sei praktisch nicht auszumachen, so die Kasse. Hinzu komme, dass Lieferausfälle bei nicht vertraglich rabattierten Arzneimitteln in der Apotheke praktisch nicht erfasst würden, da der Arzt etwa bei patentgeschützten Medikamenten ein anderes Arzneimittel verordnen muss. Als Lösung schlägt die AOK deshalb ein softwaregestütztes, branchenübergreifendes Warenwirtschaftssystem für Arzneimittel vor. /

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