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Femibion Flor Intim

Praxiserhebung bestätigt Studien­ergebnisse

29.11.2010  14:29 Uhr

Von Petra Suske-Zirpel / In Zusammenarbeit mit Gynäkologen wurden in einer Erhebung mit 698 Anwenderinnen unter Praxisbedingungen Daten zur Zufriedenheit und Verträglichkeit des oralen Probiotikums Femibion® Flor Intim (enthält Lactobacillus rhamnosus GR-1® und Lactobacillus reuteri RC-14®) erhoben. Das Nahrungsergänzungsmittel dient der Förderung und Aufrechterhaltung einer gesunden Vaginalflora.

Der natürliche Schutz der Scheide ist eine gesunde Flora, in der Milchsäurebakterien (Laktobazillen) dominieren (1). Indem Laktobazillen sowie zum großen Teil das Vaginalepithel Glykogen zu Milchsäure verstoffwechseln, kommt es zur typischen Ansäuerung des Vaginalmilieus auf einen pH-Wert von 3,8 bis 4,4 (2). Neben Milchsäure und anderen Säuren können Laktobazillen Wasserstoffperoxid bilden. Der freigesetzte Sauerstoff hat eine oxidierende und desinfizierende Wirkung und hemmt zusammen mit Milchsäure das Wachstum pathogener Keime. Laktobazillen produzieren auch Biosurfactants und behindern dadurch die Adhäsion von Bakterien an der Vaginalwand (3).

PZ-Originalia

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Störungen des Scheidenmilieus bis hin zu bakterieller Vaginose oder vaginaler Pilzinfektion können häufig auftreten, die meisten Frauen sind im Laufe ihres Lebens mindestens einmal betroffen. Auslöser können unter anderem psychosozialer Stress, hormonelle Veränderungen, Schwangerschaft oder übertriebene Intimhygiene sein.

 

Für die Wiederherstellung und Erhaltung einer gesunden Vaginalflora sind nach aktueller Studienlage die Stämme Lactobacillus rhamnosus GR-1® und Lactobacillus reuteri RC-14® am besten geeignet (4, 5). Ihre Wirksamkeit und gute Verträglichkeit wurde bei oraler Anwendung in kontrollierten klinischen Studien nachgewiesen (6, 7, 8). Die adjuvante Gabe von L. rhamnosus GR-1® und L. reuteri RC-14® kann den Therapieerfolg von Antibiotika bei bakterieller Vaginose verbessern (9). Auch bei vaginalen Pilzinfektionen erhöht die ergänzende Gabe von L. rhamnosus GR-1® und L. reuteri RC-14® zu Antimykotika den Behandlungserfolg (10).

 

Durchführung

 

In der vorliegenden Erhebung wurde die Zufriedenheit und Verträglichkeit des Nahrungsergänzungsmittels Femibion® Flor Intim mit L. rhamnosus GR-1® und L. reuteri RC-14® in der täglichen Praxisroutine untersucht. Insgesamt nahmen 698 Patientinnen (rekrutiert von 236 Gynäkologen) mit einem Durchschnittsalter von 36 Jahren an der Erhebung teil. Die Frauen sollten das Produkt entsprechend der ärztlichen Empfehlung einmal täglich über ein bis zwei Monate oder länger einnehmen. 81,1 Prozent (566 Patientinnen) gaben an, das orale Probiotikum einmal täglich über einen Monat, 14,2 Prozent (99) über zwei Monate und 3,9 Prozent (27) über mehrere Monate eingenommen zu haben.

 

Anhand eines Fragebogens sollten die Frauen nach Anwendung ihre Zufriedenheit, die Verträglichkeit und die Auswirkungen auf ihre Beschwerden (soweit vorhanden) bewerten. Dokumentiert wurde auch, ob die Frauen schon einmal andere Laktobazillen-Präparate verwendet hatten und ob sie die orale oder vaginale Anwendung bevorzugen. Zum Schluss wurden sie befragt, ob sie das orale Probiotikum wieder anwenden und weiterempfehlen würden.

 

Es wurden Frauen mit Störungen der Scheidenflora, mit bakterieller Vaginose oder vaginaler Pilzinfektion eingeschlossen: 224 Patientinnen (32,1 Prozent) erhielten die oralen Laktobazillen zur Förderung und Aufrechterhaltung einer gesunden Vaginalflora, 142 (20,6 Prozent) zur Unterstützung einer antibiotischen Therapie bei bakterieller Vaginose und 189 (27,1 Prozent) zur Unterstützung einer antimykotischen Behandlung bei vaginaler Pilzinfektion. Hierbei waren Mehrfachnennungen möglich und nicht für alle Patientinnen wurde vom Arzt eine Zuordnung angegeben (Abbildung 1).

Ergebnisse

 

505 der Patientinnen (72,4 Prozent) suchten den Arzt wegen aufgetretener Beschwerden auf: 51,1 Prozent davon nannten Brennen, 61,2 Prozent Juckreiz und 32,1 Prozent sonstige Beschwerden. 260 Patientinnen (37,2 Prozent) kamen zu einer Routineuntersuchung und 29 (4,2 Prozent) im Rahmen einer Schwangerschaft (Mehr­fachantworten waren möglich).

 

Die meisten der 505 Anwenderinnen, die ihren Arzt mit Beschwerden aufgesucht hatten, gaben an, dass sie nach der Einnahme von L. rhamnosus GR-1® und L. reuteri RC-14® entweder beschwerdefrei waren (44,4 Prozent) oder sich die Beschwerden gebessert hatten (47,3). Lediglich 6,7 Prozent konnten keine Veränderung feststellen, bei 0,4 Prozent hatten sich die Beschwerden verschlimmert, sechs Patientinnen machten keine Angaben (Abbildung 2).

Die überwiegende Mehrheit der Patientinnen war mit der Anwendung zufrieden (n=647, 92,7 Prozent). 50,2 Prozent begründeten dies mit guter Wirksamkeit, 30,3 Prozent mit einfacher Anwendung und 27 Prozent mit guter Verträglichkeit (Mehrfachangaben waren möglich). Nur 35 Patientinnen waren nicht zufrieden (16 Patientinnen gaben keine Antwort).

 

Das orale Probiotikum wurde von nahezu allen Patientinnen (98,2 Prozent) nach eigener Einschätzung sehr gut oder gut vertragen (sehr gut 68,8 Prozent, gut 29,4). Etwa ein Drittel der Patientinnen hatte bereits Erfahrungen mit vaginal anzuwendenden Produkten mit Milchsäurebakterien gemacht (n=224). Die meisten von ihnen bevorzugten die orale Anwendung: oral 73,4 Prozent, vaginal 6,6 Prozent. Als Hauptgründe wurden die einfachere Handhabung (32,6 Prozent), die Tatsache, dass kein Ausfluss wie möglicherweise bei einer vaginalen Anwendung auftrat (26,0 Prozent) und die angenehmere Anwendung (12,2 Prozent) genannt.

 

Die überwiegende Mehrheit der Patientinnen würde das Produkt bei gleicher Situation erneut anwenden (n=637, 91,3 Prozent). Die Gründe waren auch hier wieder gute Wirksamkeit (51,8 Prozent), gute Verträglichkeit (20,1) und einfache Handhabung (19,8). Auch gaben fast alle Frauen (91,6 Prozent) an, das orale Probiotikum aus den bereits oben genannten Gründen weiterzuempfehlen.

 

Zusammenfassung und Diskussion

 

Die Mehrzahl der an der Erhebung teilnehmenden Frauen nahm das orale Probiotikum einmal täglich über einen Monat ein. Mehr als 92 Prozent waren mit der Anwendung zufrieden, unabhängig davon, ob die Frauen das Produkt zur Förderung und Aufrechterhaltung einer gesunden Vaginalflora oder zur Unterstützung einer antibiotischen Behandlung bei bakterieller Vaginose beziehungsweise einer antimykotischen Therapie bei vaginaler Pilzinfektion erhielten. Dieses große Maß an Zufriedenheit spiegelt sich auch in den hohen Prozentzahlen der Frauen wider, die das Produkt selbst erneut anwenden oder weiterempfehlen würden (über 91 Prozent). Als wichtigste Gründe dafür nannten die Frauen die gute Wirksamkeit, die gute Verträglichkeit und die einfache Handhabung. Die meisten Frauen, die mit Beschwerden zum Arzt kamen, waren nach der Anwendung entweder beschwerdefrei (44,4 Prozent) oder hatten weniger Beschwerden (47,3). Mehr als 98 Prozent der Frauen bewerteten die Verträglichkeit mit sehr gut und gut. Die Frauen, die bereits Erfahrungen mit Milchsäurebakterien zur vaginalen Anwendung hatten, sprachen sich deutlich, über 70 Prozent, zugunsten der oralen Einnahme aus (Abbildung 3).

Für schwangere und stillende Frauen bestehen keine Bedenken gegen eine Einnahme des oralen Probiotikums. Allerdings sollten Frauen mit einer Immunerkrankung mit Disposition zu bakteriellen Infektionen oder einer chronisch entzündlichen Darmerkrankung das Produkt nicht ohne ärztliche Beratung einnehmen.

 

Fazit

 

Üblicherweise werden Laktobazillus-Präparate bei gestörter Scheidenflora vaginal zugeführt. Eine Reihe von Studien hat gezeigt, dass auch die orale Einnahme von L. rhamnosus GR-1® und L. reuteri RC-14® die Normalflora erhalten oder wiederherstellen kann. Die aktuelle Erhebung konnte die Studienergebnisse zur Wirksamkeit bestätigen. Ebenso zeigen die Daten eine hohe Zufriedenheit hinsichtlich der oralen Einnahme und eine gute Verträglichkeit von Femibion® Flor Intim in der alltäglichen Anwendung. Diese positiven Ergebnisse sprechen dafür, dass das Nahrungsergänzungsmittel Femibion® Flor Intim nicht nur eine gute Empfehlung zur Förderung und Aufrechterhaltung der gesunden Scheidenflora ist, sondern auch den Therapieerfolg von Antibiotika bei bakterieller Vaginose und von Antimykotika bei vaginaler Pilzinfektion verbessert. /

Literatur

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Spiegel CA: Clin Microbiol Rev 1991; 4(4): 485-502

Boskey ER et al: Hum Reprod 2001; 16:1809-13

Reid G: Am J Clin Nutr 2001; 73(Suppl): S437-43

Reid G: J Clin Gastroenterol 2008; 42(Suppl 3): 234-6

Mendling W: Frauenarzt 2009; 50: 396-404

Petricevic L et al: Eur J Obstet Gynecol Reprod Biol 2008; 141: 54-7

Reid G et al: FEMS Immunology and Medical Microbiology 2001; 32: 37-41

Reid G et al: FEMS Immunology and Medical Microbiology 2003; 35: 131-134

Anukam K et al: Microb Inf 2006; 48: 1450-4

Martinez RCR et al : Lett Appl Microbiol 2009; 48: 269-74

 

Anschrift der Verfasserin

 

Dr. Petra Suske-Zirpel

Merck Selbstmedikation GmbH

Rößlerstraße 96

64293 Darmstadt

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