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Nicht alle Schlafprobleme verwachsen sich

22.11.2017
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PZ/dpa / Wer als Kind schlecht schläft, hat häufig auch als Erwachsener Schlafprobleme. Darauf wies die Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM) anlässlich ihrer 25. Jahres­tagung in Münster hin. Ein Teil der Schlafstörungen bei Kindern wie das Schlafwandeln sei reifungs- und entwicklungsbedingt, sagte Dr. Alfred ­Wiater, Vorsitzender der DGSM. Diese Störungen klängen in der Regel spätestens in der Pubertät wieder ab.

 

Doch ein Teil der Kinder nimmt die Störungen mit ins Erwachsenenalter. »60 Prozent der Kinder mit Schlafstörungen behalten das Problem«, schätzt Professor Dr. Angelika Schlarb von der Universität Bielefeld. Auch als Erwachsene hätten sie Schwierigkeiten, ein- oder durchzuschlafen. Mit Folgen: So steige durch Schlafstörungen das Risiko für eine psychische Erkrankung wie eine Depression.

 

Schlafen Kinder schlecht, könne das an einer Reizüberflutung liegen, erklärte Wiater. Gerade ein zunehmender Medienkonsum könne die Kleinen leicht überfordern und Schlafstörungen provozieren. Er empfiehlt, Kinder bis zum Alter von drei Jahren überhaupt keine Medien konsumieren zu lassen und im Grundschulalter maximal eine Stunde pro Tag.

 

Ursachen und die Behandlung von Schlafstörungen sind auch eines der Vortragsthemen auf dem Pharmacon-Kongress vom 14. bis 19. Januar 2018 in Schladming. Professor Dr. Hans Förstl, Direktor des Schlafmedizinischen Zen­trums München, erklärt unter anderem die Wichtigkeit einer guten Schlafhygiene und den Einfluss von Schlafmitteln auf die Schlafarchitektur. Das komplette Kongress-Programm, alle Informa­tionen und die Online-Anmeldung sind zu finden auf www.pharmacon.de. /

 

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