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Sanacorp hebt Prognose erneut an

15.11.2005  17:03 Uhr

Großhandel

Sanacorp hebt Prognose erneut an

von Thomas Bellartz, Berlin

 

Die Bilanz der Sanacorp Pharmahandel AG für die ersten neun Monate liest sich gut ­ trotz des harten Wettbewerbs im Pharmagroßhandel. Das Unternehmen konzentriert sich jetzt auf die anstehende Erweiterung in Nordrhein-Westfalen.

 

Im Zwischenbericht der Sanacorp entspricht auch nach neun Monaten einer Mitteilung zufolge bei »Umsatz- und Er-tragsentwicklung des Sanacorp Pharmahandel AG Teilkonzerns den Erwartungen des Vorstandes« und könne als weitgehend solide angesehen werden.

 

Der Pharmagroßhändler mit Sitz in Planegg bei München sieht sich auf einem »guten Weg«, auch für das Gesamtjahr 2005 ein zufrieden stellendes Ergebnis zu erzielen. Das Unternehmen gibt sich in seiner Bewertung angesichts der Ergebnisse überraschend zurückhaltend. Denn im Zeitraum vom 1. Januar bis 30. September 2005 stiegen die Umsatzerlöse gegenüber dem durch Vorzieheffekte im Jahr 2003 geprägten Vorjahreszeitraum deutlich von rund 1,7 auf mehr als 1,85 Milliarden Euro an. Der Wermutstropfen ist den Großhändlern insgesamt gemein. So habe man, wie vom Vorstand prognostiziert, die Rohertragsmarge auf Grund der gegenüber dem Vorjahr nochmals »merklich gestiegenen Wettbewerbsintensität« nicht auf dem Niveau des Vergleichszeitraumes halten können. Neben der gesunkenen Rohertragsmarge beeinträchtigten auch die Anpassung der Sterbetafeln und die Absenkung des für die Berechnung der Pensionsrückstellungen unterstellten Langfristzinses das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit.

 

Einschließlich des Sondereffektes aus dem Verkauf der Sanalog Logistik GmbH belief sich das Ergebnis vor Steuern auf knapp 31,12 Millionen Euro nach 25,13 Millionen Euro im Vorjahr. Der Periodenüberschuss im Neunmonatszeitraum 2005 betrug 23,115 Millionen Euro. Dies entspricht einem Ergebnis je Aktie von 2,85 Euro.

 

Nachdem sich die Sanacorp mit der Noweda in der jüngsten Vergangenheit erneut eine heftige, teils öffentliche Debatte um eine Annäherung und eine mögliche Fusion geführt hatte, scheint das Thema nun vorerst wieder zu den Akten gelegt. Wie bereits bei der Hauptversammlung im Frühsommer angekündigt, will die Sanacorp nun allerdings Nägel mit Köpfen machen. »Zur effizienteren Umsetzung ihrer Marketingkonzepte sieht Sanacorp einen flächendeckenden Marktauftritt in Deutschland vor«, heißt es aus Planegg. Aus diesem Grund erwäge die Sanacorp-Unternehmensgruppe derzeit den Bau einer neuen Niederlassung im Raum Gelsenkirchen. Das Unternehmen will damit den letzten großen weißen Fleck von der Karte tilgen und im hart umkämpften Markt an Rhein und Ruhr Fuß fassen.

 

Durch eine Annäherung an die Noweda hatte die Sanacorp dies nach eigenem Bekunden verhindern wollen. Doch die Signale der Essener Genossenschaft, die eine eigene Expansionsstrategie verfolgt, sind unmissverständlich und abweisend. Im Verfahren vor dem Oberlandesgericht Düsseldorf um die von der Sanacorp-Unternehmensgruppe angestrebte Mehrheitsübernahme an der Andreae-Noris Zahn AG rechnet das Unternehmen nicht mehr mit einem Urteil im laufenden Geschäftsjahr 2005.

 

Wegen der weiterhin hohen Wettbewerbintensität im pharmazeutischen Großhandelsmarkt geht der Vorstand im Geschäftsjahr 2005 von einem um Sondereffekte bereinigten, etwas geringeren ope-rativen Ergebnis gegenüber dem »außergewöhnlich guten Geschäftsjahr 2004« aus. Auch ohne Berücksichtigung des Sondereffektes aus dem Beteiligungsverkauf werde man wohl ein Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit von mindestens 30 Millionen Euro auf Jahressicht erreichen. Inklusive des Sondereffektes dürfte ein Ergebnis in Höhe von 37,5 Millionen Euro erreicht werden.

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