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Häufig Fehlgeburten bei sozial Schwachen

15.11.2005  14:00 Uhr

Häufig Fehlgeburten bei sozial Schwachen

von Claudia Frey, Eschborn

 

Mütter aus armen Verhältnissen haben eine um 20 Prozent höhere Wahrscheinlichkeit, eine Fehlgeburt zu erleiden als finanziell besser gestellte Mütter. Auf den gesundheitlichen Zustand der Kinder bei der Geburt wirkt sich die finanzielle Situation dagegen nicht aus.

 

Dies ergab eine Studie des Rheinisch-Westfälischen Instituts für Wirtschaftsforschung (RWI), bei der 565 Neugeborene untersucht wurden.

Danach soll in erster Linie der Gesundheitszustand der Mutter entscheidend  für die Gesundheit des Kindes sein. Probleme bei Neugeborenen sind vielmehr mit dem gesundheitsschädlichen Verhalten der Mütter (wie Rauchen) verbunden. Die Anzahl der Arztbesuche und Tage im Krankenhaus innerhalb der ersten drei Lebensmonate lassen nicht auf die finanziellen Verhältnisse der Mutter schließen.

 

Allerdings besuchen Kinder aus Familien ohne deutsche Staatsangehörigkeit weniger den Arzt als die aus deutschen Familien. Unklar ist, ob dies auf einen schlechteren Zugang zur medizinischen Versorgung oder auf einen besseren Gesundheitszustand der Kinder zurückzuführen ist. Mütter mit privater Krankenversicherung konsultieren dagegen häufiger einen Arzt als gesetzlich versicherte Mütter. Ob dies auf das Verhalten der Mütter oder das der Ärzte zurückgeführt werden kann, ist nicht untersucht worden.

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