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Venezuela

Wachstum im Pharmamarkt gerät ins Stocken

08.11.2017  10:18 Uhr

Von Jennifer Evans / Der ursprünglich stark wachsende Pharmamarkt in Venezuela leidet derzeit an den wirtschaftlichen und politischen Unruhen im Land. Das geht aus einem Report des Marktforschungs- und Beratungsunternehmens Global Data hervor.

 

Nach Angaben des Beratungsunternehmens war der Pharmamarkt in dem südamerikanischen Land seit 2009 jährlich um 14,1 Prozent angewachsen und lag 2016 bei einem Gesamtwert von umgerechnet etwa 10,8 Milliarden Euro. Bis 2021 soll dieser Sektor sogar auf einen Wert von umgerechnet rund 34 Milliarden Euro steigen.

 

Die angespannte Lage in Venezuela stoppe allerdings das gesunde Wachstum und treibe stattdessen die Preise für Arzneimittel und Gesundheitsdienstleistungen massiv in die Höhe, heißt es. Bereits 2016 lag der durchschnittliche Preis für Medikamente bei rund 21,95 Dollar (18,80 Euro). Das ist laut Report der höchste Wert in ganz Lateinamerika. Die Regale in den Apotheken sind leer und demzufolge boomen die Preise auf dem Schwarzmarkt, wie es heißt.

 

Hintergrund der Krise sind Handelssanktionen, die die USA vor einigen Monaten gegen Venezuela verhängt hatten. Davon betroffen sind auch die Ölverkäufe, die größte Einnahmequelle des Landes. Zuletzt hatten der niedrige Ölpreis und die Inflation Venezuela ohnehin schon zu schaffen gemacht. Um entstandene Schulden begleichen zu können, sparte die Regierung an Importen. Das hatte sich auf die Versorgung mit Medikamenten ausgewirkt: Allein im Mai dieses Jahres konnten dem Report zufolge 85 Prozent des Bedarfs an Arzneimitteln nicht gedeckt werden. /

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