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Gröhe senkt Zusatzbeitrag auf 1 Prozent

30.10.2017
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Von Stephanie Schersch / Im kommenden Jahr wird der durchschnittliche Zusatzbeitragssatz in der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) auf 1 Prozent sinken. Das hat das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) vergangene Woche bekannt gegeben und eine entsprechende Meldung im Bundesanzeiger veröffentlicht.

 

Derzeit liegt der Extrabeitrag bei 1,1 Prozent. Hintergrund der Absenkung ist die Prognose des sogenannten GKV-Schätzerkreises. Dieser rechnet für 2018 mit Einnahmen des Gesundheitsfonds in Höhe von 222,2 Milliarden Euro, die Ausgaben der Kassen werden demnach voraussichtlich bei 236,2 Milliarden Euro liegen.

 

Der durchschnittliche Zusatzbeitrag ist eine Art Richtschnur für die Haushaltsplanungen der Krankenkassen. Sie werden in den kommenden Wochen ihre individuellen Beitragssätze für das nächste Jahr festlegen, dabei kann der jeweilige Zusatzbeitrag auch höher oder niedriger ausfallen als der vom BMG veranschlagte Wert. Den Extrabeitrag müssen die Versicherten alleine schultern. Während sich Arbeitgeber und Angestellte den allgemeinen Beitragssatz von derzeit 14,6 Prozent paritätisch teilen, sind die Unternehmen nicht am Zusatzbeitrag beteiligt.

 

Für Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) ist die Absenkung des allgemeinen Extrabeitrags ein Beweis für die gute Finanzlage in der GKV. »Dass die Krankenkassen gute Spielräume für hochwertige Leistungen bei attraktiven Beiträgen haben, ist eine gute Nachricht für alle gesetzlich Versicherten«, sagte er.

 

Mit der Festlegung des durchschnittlichen Zusatzbeitrags auf 1 Prozent setzt sich das BMG über eine Einschätzung des GKV-Spitzenverbands hinweg. Dieser sitzt gemeinsam mit Vertretern aus Gesundheitsministerium und Bundesversicherungsamt im Schätzerkreis. Dort fanden die Experten in diesem Jahr keine einheitliche Linie mit Blick auf die voraussichtlichen Ausgaben der Kassen für 2018. Während der Bund Kosten in Höhe der bereits erwähnten 236,2 Milliarden Euro veranschlagt, rechnen die Kassen mit 237,3 Milliarden Euro. Aus dieser Prognose würde sich für das kommende Jahr keine Absenkung des allgemeinen Zusatzbeitrags ergeben – er bliebe unverändert bei 1,1 Prozent. /

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