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30 Jahre Aids-Hilfe

22.10.2013  16:32 Uhr

Von Ulrike Abel-Wanek / Die Deutsche Aids-Hilfe, Dachverband von bundesweit 120 Hilfsvereinen, ist 30 geworden. »Ein großer Grund zum Feiern«, so Sprecher Holger Wicht.Die Aids-Hilfe sei damals in größter Not gegründet worden, weil die Menschen plötzlich starben. Keiner wusste, was passiert, und gleichzeitig drohte große Ausgrenzung der HIV-Infizierten.

Heute gibt es mehr als 20 Wirkstoffe, die HIV zwar nicht restlos aus dem Körper entfernen, aber die Vermehrung des Virus unterbinden. HIV-positive Menschen haben eine fast normale Lebenserwartung.

 

Die Deutsche Aidshilfe, 1983 in Berlin gegründet, berät zu allen Fragen rund um Aids. Sie informiert über medizinische Aspekte, zu HIV und Arbeit, zu Drogen, Sexualität und klärt Rechtsfragen. In dem sogenannten »Buddy-Projekt« werden sogar Freunde vermittelt, das heißt, ein HIV-positiver Mensch bekommt einen ebenfalls positiven Begleiter an die Seite gestellt.

 

Zum Jubiläum startete die Deutsche Aidshilfe unter dem Titel »Wussten Sie eigentlich?« eine große Kampagne, die überholte Bilder vom Leben mit HIV korrigieren, Einsichten vermitteln, Diskriminierung entgegentreten und auf Versorgungslücken hinweisen will, die das Leben und die Gesundheit von Menschen gefährden. Die meisten Schwierigkeiten, die auch heute noch im Umgang mit HIV und in der HIV-Prävention bestehen, haben mit Unwissenheit zu tun. Hinter den teils provokanten und überraschenden Sätzen wie: »Mit HIV kann man fliegen« oder »Aids ist auch nicht mehr das, was es mal war« oder »Heroin kann Leben retten« verbergen sich persönliche Lebensgeschichten. Hier erfährt man, dass man mit HIV neuerdings auch Pilot werden und überhaupt jeden Job ergreifen kann, dass die Behandlung mit pharmazeutisch erzeugtem Heroin für manche Abhängige den Weg in ein geregeltes Leben ebnet oder dass HIV-positive Migranten ohne Papiere in Deutschland keine Behandlung erhalten. Auf www.aidshilfe.de/30 erzählen zehn Menschen ihre Geschichten. Wer sie liest, wird über vieles anders denken. /

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