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Viren schlagen aufs Herz

29.09.2008
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Viren schlagen aufs Herz

PZ / Seit Langem gibt es Hinweise, dass Virusinfektionen Herz-rhythmusstörungen auslösen. Nun haben Berliner Forscher womöglich die Ursache entdeckt. Demnach scheinen Viren sogenannte Coxsackievirus-Adeno-virus-Rezeptoren (CAR) zu beeinträchtigen, die zwischen Herzmuskelfasern sitzen und normalerweise für einen regelmäßigen Herzschlag sorgen. Die Forscher um Professor Dr. Michael Gotthardt vom Max-Delbrück Zentrum für Molekulare Medizin in Berlin-Buch schalteten in Mäusen das CAR-Gen aus, woraufhin die Labortiere eine Herzrhythmusstörung entwickelten. Den Forschern zufolge funktioniert in den Knockout-Mäusen die Übertragung des elektrischen Signals von den Vorhöfen auf die Herzkammern nicht mehr. Das Ergebnis erschien im »Journal of Experimental Medicine« (Doi: 10.1084/jem.20510iti3). Als Nächstes möchten die Forscher bei Patienten mit Herzrhythmusstörungen überprüfen, ob CAR blockiert sind. Als Ursache dafür kommen Gotthardt zufolge neben Viren auch körpereigene Antikörper infrage, die sich gegen CAR richten.

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