Pharmazeutische Zeitung online

Expopharm Medienpreis 2013 verliehen

24.09.2013  17:50 Uhr

PZ / Zum neunten Mal wurde der mit insgesamt 20 000 Euro dotierte Expopharm Medienpreis an haupt- und freiberuflich tätige Medienschaffende verliehen. Der Wettbewerb hat es sich zum Ziel gesetzt, die sachliche, verständliche und verlässliche Information über die Arznei­mittelversorgung zu fördern. In insgesamt vier Kategorien wurden Journalisten ausgezeichnet, die sich mit der Funktion der Apotheken in der Gesellschaft eingehend und kompetent befasst haben.

Wie in den Vorjahren bewarben sich auch 2013 zahlreiche Journalisten um den Preis, den Europas größte pharmazeutische Fachmesse ausgeschrieben hatte. Eingereicht werden konnten Beiträge, die zwischen dem 1. Juli 2012 und dem 31. Mai 2013 in deutschsprachigen Medien veröffentlicht wurden.

In der Kategorie »Apotheke und Politik« ging der Expopharm Medienpreis an Edda Grabar. Auf »Zeit Online« widmet sie sich am 17. Mai 2013 den ? wie sie es nennt ? »Halbwahrheiten der DDR-Menschen­versuche« und recherchiert nach, worüber andere Medien berichtet haben. Dabei fährt sie keinen Generalangriff gegen ihre Journalistenkollegen, greift aber Einzelthemen auf, die nach ihrer Meinung nicht so wiedergegeben wurden, wie sie sich tatsächlich ereigneten. Grabars Beitrag ist ohne Frage mutig. Denn die Autorin schreibt ihn in einer Zeit, in der die Untersuchungen zu den klinischen Versuchen in der DDR noch andauern. So weiß auch sie nicht, was möglicherweise noch ans Tageslicht kommt.

 

Klaus Bachmann ist der diesjährige Preisträger des Expopharm Medienpreises in der Kategorie »Apotheke und Ökonomie«. In der GEO-Ausgabe November 2012 beschreibt er unter dem Titel »Vorsicht, Fälschung!« den Kampf der internationalen Behörden gegen Arzneimittelplagiate. Allein in der Europäischen Union zog der Zoll 2011 nach Recherchen von Bachmann 27 Millionen gefälschte Arzneimittel aus dem Verkehr.

 

Apotheke und Ökonomie

 

Der Autor beschreibt den wirtschaftlichen Schaden, den die Fälscherbanden weltweit anrichten. Dabei belässt er es aber nicht. Er kommt zur Folgerung, dass es notwendig sei, Arzneimittelfälschungen als das zu brandmarken, was sie letztlich sind: »Verbrechen gegen die Menschlichkeit«. Um diese zu verhindern, bedarf es neben den Ermittlungen weiterer Schritte. Denn mit Fälschungen lässt sich nur so lange Geld verdienen, wie sie von Bürgern als vermeintliche Originale über illegale Vertriebswege via Internet geordert werden. Die Aufklärung muss also noch mehr vorangetrieben werden.

 

Sigrun Damas wurde mit dem Expopharm Medienpreis in der Kategorie »Apotheke und Verbraucher« ausgezeichnet. Ihr Beitrag »Krank durch Pillen« wurde am 29. Januar 2013 in der Reihe »Visite« des NDR-Fernsehens ausgestrahlt. Darin widmet sich die Autorin der Polymedikation, die für viele ältere und chronisch kranke Menschen zum Problem werden kann. Am Fall einer älteren Patientin zeichnet Damas eine Leidensgeschichte nach, die letztlich nur aufgrund von Polymedikation entstanden ist. Hilfe kann vor allem durch bessere Zusammenarbeit von Ärzten und Apothekern erfolgen. Der Autorin gelingt es, die komplexen Zusammenhänge so laienverständlich aufzubereiten, dass ihre Zuschauer, egal ob Patienten oder Angehörige, einen persönlichen Nutzen daraus ziehen können.

 

Pharmazie und Forschung

 

In der Kategorie »Pharmazie und Forschung« ging der Expopharm Medienpreis an Jochen Metzger. Er griff im Januar 2013 in der Zeitschrift »Psychologie Heute« unter dem Titel »Dreimal täglich! Ist denn das so schwer?« das Thema Non-Adherence auf. Der Autor geht der Frage nach, warum chronisch kranke Menschen ihre Medikamente nicht korrekt einnehmen. Zudem beschreibt er viele Versuche, die Therapietreue zu verbessern. Besonders erfolgreich sind dabei die Apotheker.

 

Der Expopharm Medienpreis 2013 wird von der ARZ Haan AG, der Deutschen Apotheker- und Ärztebank, der Deutschen Krankenversicherung, dem Govi-Verlag und der Messe Düsseldorf unterstützt. /

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