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Psoriasis

Efalizumab langfristig gut verträglich

26.09.2006  15:59 Uhr

Psoriasis

Efalizumab langfristig gut verträglich

Von Thomas Knaier, München

 

Patienten, bei denen eine mäßige bis schwere Plaque-Psoriasis durch traditionelle Therapien nicht kontrolliert werden kann, oder bei denen die Behandlung kontraindiziert ist, profitieren von einer Antikörpertherapie. Efalizumab hat sich als wirksam und langfristig verträglich erwiesen.

 

Die Psoriasis vulgaris ist eine chronische Hauterkrankung, welche die Lebensqualität der Betroffenen deutlich einschränkt. Unerträglicher Juckreiz, Schuppung und entstellende Hautveränderungen können auch bedeutende körperliche Leiden mit sich bringen. Bislang ist die Erkrankung, bei der die Hautzellen einen beschleunigten Lebenszyklus durchlaufen, immer noch unheilbar. Doch mithilfe neuer Therapieansätze können Schübe gelindert oder sogar unterdrückt werden. Da die Betroffenen häufig auf eine lebenslange Therapie angewiesen sind, muss diese sicher und gut verträglich sein.

 

»Biologics haben einen deutlichen Fortschritt in der Therapie der Psoriasis gebracht«, sagte Dr. Nicole Selenko-Gebauer von der Universität für Dermatologie in Wien auf einer von Serono unterstützten Veranstaltung im Rahmen der Fortbildungswoche für Dermatologie und Venerologie in München. So verbesserte der monoklonale Antikörper in einer 36-monatigen Langzeitstudie mit 290 Patienten bei 73 Prozent der Patienten das Hautbild um mehr als 75 Prozent und bei 40 Prozent sogar um mehr als 90 Prozent. Als Nebenwirkungen wurden, wie bereits in Phase III- Studien, grippeähnliche Symptome wie Kopfschmerzen, Fieber, Schüttelfrost und Übelkeit registriert, die bei den Folgeinjektionen jedoch wieder abklangen. Von Vorteil sei die wöchentliche, subkutane Spritzenanwendung, die der Patient nach Anleitung zu Hause selbst vornehmen kann.

 

Der monoklonale Antikörper sollte in einer stabilen Phase der Erkrankung eingesetzt werden, da die Therapie bis zum vollständigen Ansprechen etwas Zeit benötige. Während einer akuten Exazerbation erwarteten die Patienten aber einen schnelleren Erfolg, so dass dadurch per se die Compliance gefährdet sei.

 

Beachtet werden sollte, dass der Antikörper keine Wirkung auf eine begleitende Psoriasis-Arthritis hat. Betroffene Patienten benötigten daher entweder zusätzlich ein nicht steroidales  Antirheumatikum oder alternativ ein Biological, das auch gegen die Gelenkbeschwerden wirkt. Ob eine Dauertherapie mit dem Antikörper in Frage kommt, entscheidet sich in den ersten zwölf Wochen. Bessert sich der Hautbefund in dieser Zeit, kann der Erfolg mit der Dauer der Therapie sogar weiter zunehmen. Eine nach zwölf Wochen ergebnislose Therapie sei dagegen ein ausreichender Indikator für ein Nicht-Ansprechen und rechtfertige den Abbruch. Als großen Vorteil sieht Selenko-Gebauer den Gebrauch von Efalizumab etwa bei Patienten mit kardialen Problemen in der Vorgeschichte, wo die Verabreichung von Anti-TNF-Biologicals kontraindiziert ist.

Wie wirkt Efalizumab?

Efalizumab modifiziert gezielt die T-Zellen und hemmt dadurch zwei entscheidende Entzündungsprozesse, die an der Reaktionskaskade bei der Entstehung von Psoriasis beteiligt sind. Zum einen bindet der Antikörper selektiv an die CD11a-Kette des LFA-1 (Leukocyte Function Assosiated Antigen) an der T-Zell-Oberfläche. Daher kann der T-Lymphozyt nicht an das Adhäsionsmolekül ICAM-1 an der Oberfläche des Blutgefäßendothels binden. Die Adhäsion ist jedoch entscheidend für den Austritt der T-Zellen aus der Blutbahn in das Gewebe, was eine Psoriasis pathologisch kennzeichnet. Zum anderen hemmt Efalizumab in der Dermis und Epidermis die sekundäre T-Zell-Aktivierung, sodass proinflammatorische Zytokine nicht ausgeschüttet werden. In der Folge gehen Entzündungsreaktionen deutlich zurück.

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