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10.09.2013  17:02 Uhr

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Zypries gegen Apotheken-Ketten

PZ / Die Liberalisierung der Arzneimittelversorgung ist für die SPD derzeit kein Thema, obwohl ein entsprechender Parteitagsbeschluss aus dem Jahr 2011 bis heute nicht revidiert wurde. »Die SPD will keine Arzneimittelversorgung über Kapitalgesellschaften«, stellte die SPD-Bundestagskandidatin Brigitte Zypries bei einem Besuch in der Darmstädter Alpha-Apotheke klar. Es gebe keinen Grund, an der Versorgung über freiberufliche Apotheker etwas zu ändern. Durchaus kritisch sieht Zypries die von Apothekenleiter Benno Leyerer angesprochene enorme Ausweitung der Rabattverträge. Hier bestehe die Gefahr, dass bestimmte Wirkstoffe nur noch von einem einzigen Unternehmen weltweit hergestellt würden. Dies könne zu Lieferproblemen führen. Durchaus beeindruckt zeigte sich Zypries auch über den Aufwand, den Apotheker betreiben müssen, wenn sie Rabattverträge korrekt beliefern oder wenn sie eine Rezeptur anfertigen. »Das kann länger als 30 Minuten dauern und wird mit 3 oder 5 Euro vergütet«, erläuterte Leyerer der ehemaligen Justizministerin. Als Problem sieht Zypries auch die mittlerweile sehr hohen Schulgeldbeträge, die PTA während ihrer Ausbildung bezahlen müssen.

 

Spahn und Bahr: Keine weiteren Sparmaßnahmen

PZ / »Apotheken sind nicht die Kostentreiber im Gesundheitswesen«, hat CDU-Gesundheitsexperte Jens Spahn während einer Podiums­diskussion gesagt, zu der die Apothekerkammer Westfalen-Lippe (AKWL) Vertreter aller Parteien nach Münster eingeladen hatte. Er sehe keinen Grund für weitere Einsparungen bei den Apotheken in der kommenden Legislaturperiode, so Spahn weiter. »Die Finanzlage ist gut«, sagte auch Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr (FDP), nicht zuletzt mit Blick auf die Reserven im Gesundheitsfonds. Auch der Minister sieht keine Notwendigkeit für weitere Sparmaßnahmen bei den Apotheken. Übereinstimmend wiesen Bahr und Spahn außerdem Mutmaßungen zurück, wonach beide um den Chefsessel im Bundesgesundheitsministerium konkurrieren. Man habe gut zusammengearbeitet, sagten sie. Daher könne alles so bleiben wie es ist. AKWL-Präsidentin Gabriele Regina Overwiening regte einen intensiven Dialog für die Zukunft an, um die wohnortnahe Versorgung der Patienten durch entsprechende ordnungspolitische Rahmenbedingungen zukunftsfest zu machen. Sie verwies auf die in Westfalen-Lippe überdurchschnittlich hohe Zahl an Apothekenschließungen sowie auf große Probleme, junge Kollegen für die öffentliche Apotheke zu gewinnen. Eine Abschaffung des Mehrbesitzverbotes könnte diese Situation langfristig verschärfen, mahnte sie. 

 

Flach lobt ABDA-Vize

PZ / ABDA-Vizepräsident Mathias Arnold musste für sein Interview mit der Tageszeitung »Die Welt« viel Kritik einstecken. Seine Forderung nach einer Honorierung neuer Apothekerleistungen wurde von vielen Kommentatoren missverstanden. Zumindest bei Teilen der Politik scheint die Botschaft besser angekommen zu sein: Beim Sommerempfang des Apothekerverbands Nordrhein in Düsseldorf begrüßte die parlamentarische Staatssekretärin im Bundesgesundheitsministerium, Ulrike Flach (FDP), die Überlegungen der ABDA zu einem neuen Leitbild der Apotheker ausdrücklich. »Die geplante Berufsbildreform der Apotheker interessiert die Politik«, sagte Flach. Es sei im Interesse der Bundesregierung, wenn Apotheker in Zukunft ihr Beratungsangebot ausbauten. Die von Arnold geleitete AG Leitbild hat eine Vision entwickelt, bei der die Beratung und Betreuung der Patienten im Mittelpunkt der apothekerlichen Arbeit steht. Ein wichtiger Baustein ist dabei das Medikationsmanagement und die intensivere Zusammenarbeit mit Ärzten und anderen Gesundheitsberufen (lesen Sie dazu auch Leitbild: Eine langfristige Entwicklung ). 

 

Noweda geht in die Schweiz

PZ / Erst Luxemburg, nun die Schweiz: Die Apothekergenossenschaft Noweda ist auf Expansionskurs. Wie das Essener Unternehmen am Dienstag bekannt gab, beteiligt sich Noweda am Schweizer Pharmagroßhändler Pharma-Focus. Die Schweizer Aktiengesellschaft mit Sitz in Münchenstein bei Basel beliefert nach Angaben von Noweda ausschließlich selbstständige Apotheker. Anders als in Deutschland gibt es in der Schweiz kein Fremd- und Mehrbesitzverbot. Ziel der Zusammenarbeit sei es, den Partner als besten Vollsortimenter in der Schweiz zu etablieren. Im Rahmen der Kooperation erwerbe Noweda eine Beteiligung von mehr als 50 Prozent an dem Schweizer Großhändler. Die Gründer von Pharma-Focus, Marco Lardi und Andreas Tschan, sollen das Unternehmen auch in Zukunft als Geschäftsführer leiten und darüber hinaus als Miteigentümer im Verwaltungsrat sitzen. Derzeit sei das Unternehmen mit einem Jahresumsatz von 80 Millionen Schweizer Franken die Nummer vier im Schweizer Pharmagroßhandel, heißt es. »Wir sehen in der Beteiligung großes Potenzial«, so der Noweda-Vorstandsvorsitzender Wilfried Hollmann. Um die Logistikleistung zu verbessern, planen die beiden Partner demnach bereits ein neues Logistikzentrum mit moderner Fördertechnik und einem Kommissionierautomaten in der französischen Schweiz. Der neue Standort werde die Lagerkapazitäten und damit das Sortiment deutlich erweitern, zudem könne die Lieferhäufigkeit von ein- auf zweimal täglich erhöht werden. /

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