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10.09.2013  16:00 Uhr

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Multiple Sklerose: Teriflunomid zugelassen

PZ / Der orale Immun­modulator Teriflunomid hat die europäische Zulassung zur Behandlung erwachsener Patienten mit schubförmig-remittierender Multipler Sklerose erhalten. Darüber informiert Hersteller Genzyme, ein Tochterunternehmen von Sanofi, in einer Pressemitteilung. Laut Unternehmen wird das Medikament mit dem Namen Aubagio® voraussichtlich ab Oktober in den Apotheken verfügbar sein. Die Tablette mit 14 mg Wirkstoff ist einmal täglich einzunehmen. In den beiden Zulassungsstu­dien TEMSO und TOWER senkte Teriflunomid im Vergleich zu Placebo signifikant die jährliche Schubrate, verlangsamte das Fortschreiten körperlicher Behinderungen und reduzierte die Anzahl von Hirnläsionen. Schwerwiegende unerwünschte Ereignisse traten unter Verum vergleichbar häufig wie unter Placebo auf. Dazu zählten erhöhte Leberwerte, Haarausfall, Durchfall, Grippe, Übelkeit und Missempfindungen.

 

PML: Schwere Infektion unter Fingolimod

PZ / Erstmals hat ein Patient mit Multipler Sklerose (MS) unter der Einnahme von Fingolimod eine progressive multifokale Leuk­enzephalopathie (PML) entwickelt. Das meldete die US-amerikanische Arzneimittelbehörde FDA in einer »Drug Safety Communication« Ende August. Die seltene, aber schwere virale Gehirninfektion war bereits früher im Zusammenhang mit der Gabe des MS-Medikaments Natalizumab gemeldet worden. Laut FDA ist dies der erste Fall einer PML unter Fingolimod (Gilenya®) bei einem Patienten, der vorher kein Natalizumab erhalten hatte. Der Patient lebt in Europa und hat vor der PML- Diagnose fast acht Monate lang Gilenya eingenommen. Vorher hatte er einen Monat lang Interferon beta-1a und Azathioprin erhalten. Zudem hatte er mehrere Zyklen mit intravenösen Corticosteroiden bekommen. Die Ärzte diagnostizierten die PML anhand der klinischen Symptome und dem Nachweis von John-Cunningham(JC)-Viren-DNA in der Zerebrospinalflüssigkeit. Fingolimod wurde daraufhin abgesetzt. Die FDA wird den Krankheitsfall weiter untersuchen. Patienten sollten ihre Fingolimod-Medikation aber nicht absetzen, ohne vorher mit ihrem Arzt zu sprechen.

 

Gürtelrose-Vakzine in Deutschland verfügbar

PZ / Zostavax®, der erste Impfstoff, der vor Gürtelrose und einer Post-Zoster-Neuralgie (PZN) schützen kann, ist nun auch in Deutschland verfügbar. Darüber informiert Sanofi Pasteur MSD in einer Pressemitteilung. Indiziert ist die Vakzine zur Immunisierung von Personen ab 50 Jahren. Die Sächsische Impfkommission hat bereits ihre Empfehlung für die Impfung ausgesprochen, die Ständige Impfkommission allerdings noch nicht. Zostavax wird in einer Impfdosis subkutan verabreicht. Ob und wann eine Wiederimpfung erforderlich ist, ist derzeit noch nicht bekannt. Der Impfstoff ist bereits vor einigen Jahren von der europäischen Arzneimittelagentur EMA zugelassen worden und auch in Deutschland gelistet. Ausgeliefert wurde er hierzulande allerdings bislang nicht. /

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