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Orlistat

Geschönte Daten zu Nebenwirkungen

24.08.2016  09:56 Uhr

Von Carolin Gieck / Die Daten zur Verträglichkeit des Lipase­hemmers Orlistat wurden in den Zulassungsstudien womöglich beschönigt. Zu diesem Schluss kommt ein dänisches Forscherteam um Jeppe Bennekou Schroll vom Nordic Cochrane Center in Kopenhagen im Fachjournal »PLOS Medicine«.

Ausgangspunkt der Untersuchung war, dass die Forscher eine Diskrepanz zwischen der dokumentierten guten Wirksamkeit von Orlistat und der klinischen Realität bemerkt hatten. 

 

So setzen einer größeren kanadischen Studie zufolge etwa 94 Prozent der Patienten Orlistat innerhalb eines Jahres ab. Um diese Widersprüchlichkeit aufzuklären, ließen sich Bennekou und Mitarbeiter von der europä­ischen Zulassungsbehörde EMA die Studienabschlussberichte der einzelnen Patienten zuschicken und ver­glichen die Nebenwirkungen von 4225 Patienten mit denjenigen, die in den Clinical Study Reports (CSR) beschrieben wurden DOI: 10.1371/journal.pmed.1002101.s001.

 

Sowohl in der Intensität als auch in der Häufigkeit und Dauer der Nebenwirkungen konnten die Forscher deutliche Unterschiede feststellen. Die CSR führten nur 3 bis 33 Prozent der Nebenwirkungen auf, die von den Patienten berichtet wurden. Wiederholt auftretende Nebenwirkungen wurden beispielsweise nur einfach gezählt und auch die Nebenwirkungsdauer blieb unberücksichtigt. Für eine Studie konnten so 1318 zusätzliche Neben­wirkungen identifiziert werden, die im CSR weder gelistet noch erwähnt wurden.

 

Orlistat ist seit 1998 zur Gewichts­abnahme bei Übergewicht zugelassen. Es inaktiviert irreversibel Lipasen, wodurch Triglyceride im Darm nicht mehr gespalten werden können. Die Folge: Die nicht resorbierbaren Fette werden über den Stuhl ausgeschieden. Häufigste Neben­wirkungen sind Fettstühle, Blähungen und Stuhlinkontinenz. /

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