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16.08.2011
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Rotes Fleisch und Wurst erhöhen Diabetesrisiko

 

PZ / Wer im Alter nicht an Diabetes erkranken möchte, sollte weniger rotes Fleisch wie Rind, Lamm und Schwein essen. Wissenschaftler kon­nten bei der Auswertung von drei Studien mit mehr als 200 000 Teilnehmern einen deutlichen Hinweis finden, dass rotes Fleisch das Diabetesrisiko erhöht – vor allem in verarbeiteter Form, zum Beispiel als Wurst. So steigert der tägliche Verzehr von 100 Gramm unverarbeitetem roten Fleisch (entspricht einem kleinen Rindersteak) das Diabetesrisiko um etwa 19 Prozent. Wer jeden Tag 50 Gramm verarbeitetes Fleisch isst, erhöht sein Risiko sogar um 51 Prozent, berichten die Forscher um Frank Hu von der Harvard School for Public Health im »American Journal of Clinical Nutrition« (doi: 10.3945/ajcn.111.018978). Auf welche Weise der Verzehr von rotem Fleisch zu Diabetes führen kann, ist noch nicht geklärt. Eine Theorie ist, dass das in relativ großen Mengen enthaltene Eisen durch oxidativen Stress die Insulin-produzierenden Zellen der Bauchspeicheldrüse schädigt. Die in Wurst enthaltenen Nitrite und Nitrate könnten im Körper in Form von Nitrosaminen die Zellen schädigen.

 

EU-Programm Antigone

 

PZ / Die EU zieht Konsequenzen aus der EHEC-Krise: Sie stellt 12 Millionen Euro für ein neues Forschungsprogramm mit dem Namen »Antigone« zur Verfügung, das neu auftretende Epidemien bekämpfen soll. Im Herbst soll es seine Arbeit aufnehmen, teilte die EU-Kommission in Brüssel mit. Das internationale Konsortium Antigone (Anticipating the Global Onset of Novel Epidemics – Früherkennung des globalen Auftretens neuartiger Epidemien) wird voraussichtlich aus 14 Instituten in 7 Ländern bestehen. Aus Deutschland sind Planungen zufolge die Max-Planck-Gesellschaft, die Universitäten Marburg, Bonn und Münster sowie das Friedrich-Loeffler-Institut für Tiergesundheit beteiligt. Der Fokus liegt auf der Erforschung von Faktoren, die Viren und Bakterien befähigen, Speziesbarrieren zu überwinden und von Tieren auf Menschen überzuspringen. Das Konsortium soll bei neu auftretenden Epidemien eine koordinierende Rolle einnehmen. Allein 2,1 Millionen Euro werden in die Erforschung des aggressiven EHEC-Erregers investiert, der im Mai in Deutschland erstmals auftauchte. Fast 4000 Menschen infizierten sich nach EU-Angaben in Europa mit dem Keim, 46 starben.

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