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Placeboeffekt entsteht geschlechtsspezifisch

01.08.2008  10:32 Uhr

Placeboeffekt entsteht geschlechtsspezifisch

PZ / Der Placeboeffekt entsteht bei Männern und Frauen unterschiedlich. So zumindest das Ergebnis einer Untersuchung Tübinger Wissenschaftler der Medizinischen Klinik, Psychosomatische Medizin und Psychotherapie um Professor Dr. Paul Enck (Neuron 59, 2008, 195-206). Im Versuchsaufbau setzten die Forscher die Probanden in einen Drehstuhl, der Übelkeit auslöst. Parallel dazu erhielten die Versuchspersonen einen kurzen Geschmacksreiz. Die eine Hälfte gekoppelt an die Information, dass der Geschmacksreiz eine deutliche Übelkeit verursachen würde, die andere Hälfte ohne diese Information. Besonders Männer zeigten sich anfällig für diese suggestive Beeinflussung. In einer zweiten Gruppe wurde derselbe Versuch, Drehstuhl mit Geschmacksreiz, über drei Wochen erlernt. Hier zeigten sich vor allem Frauen anfälliger für die Übelkeit. Die Forscher schlussfolgern daraus, dass der Placeboeffekt auf zweierlei Weisen zustande kommt: Zum einen durch Konditionierung, bei dem eine frühere, positive wie negative Erfahrung mit Medikamenten eine Rolle spielt. Zum anderen durch aktuelle Erwartungen, die Patienten haben und die durch suggestive Informationen genährt werden, wie sie zum Beispiel im Beipackzetteln stehen.

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