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Darmkrebs

Spätfolgen über zehn Jahre spürbar

02.08.2011
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Von Daniela Biermann / Nach überstandener Darmkrebserkrankung leiden viele Betroffene noch zehn Jahre später an den Folgen. Das ergab eine Langzeitstudie des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ), die das Zentrum jetzt im »Journal of Clinical Oncology«( doi: 10.1200/JCO.2010.31.4013) veröffentlichte.

Ein Team um Privatdozent Dr. Volker Arndt und Professor Dr. Hermann Brenner befragte regelmäßig 117 geheilte Patienten nach ihrem Gesundheitszustand und verglich diese mit den Daten gleichaltriger Kontrollpersonen. Dabei hinterließen sowohl der Tumor als auch die Behandlung Spuren.

Vor allem Verdauungsprobleme wie Diarrhö und Obstipation traten auf. Psychisch beeinflusste die Erkrankung vor allem die jüngste Patientengruppe, die vor dem 60. Lebensjahr die Diagnose erhalten hatten. Sie nannte vor allem Einschränkungen bei Arbeit, Hobbys und alltäglichen Beschäftigungen sowie Konzentrationsprobleme, Müdigkeit und Schlafstörungen. Die Probleme traten gehäuft in den ersten Jahren nach der Diagnose auf, hielten aber zum Teil noch über zehn Jahre an. Die ältesten Patienten der Studie, die bei Diagnose älter als 70 Jahre waren, zeigten einen vergleichbaren oder sogar besseren Zustand als die Kontrollgruppe. Doch nach fünf Jahren traten auch hier langsam ähnliche Probleme auf, unter anderem auch Atemnot. Vielleicht können ältere Patienten besser mit ihrer Krankheit umgehen, mutmaßen die Wissenschaftler. Allerdings bekämen ältere Patienten oft weniger Chemo- und Strahlentherapie. Mittlerweile überleben 60 Prozent der Darmkrebspatienten mindestens fünf Jahre nach der Diagnose. »Aus unserer Sicht ist insbesondere die psychologische Betreuung der Patienten sehr wichtig, da sich die Einschränkungen am häufigsten im psychosozialen Bereich zeigen«, sagte Studienleiter Arndt. /

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