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Retax-Erfolg

LAV holt 900 000 Euro zurück

27.07.2016
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Von Jennifer Evans / Der Landesapothekerverband Baden-Württemberg (LAV) hat für seine Apotheken rund 900 000 Euro für Retaxationen zurückgeholt, wie er vergangenen Mittwoch bei seiner Mitgliederversammlung in Stuttgart mitteilte. Der LAV hatte 16 572 von den Kassen beanstandete Rezepte aus dem Jahr 2015 geprüft und Einspruch erhoben.

Laut LAV-Geschäftsführerin Ina Hofferberth ist der deutliche Anstieg der Retaxationen im Jahr 2015 (Vorjahr 9231) ein Zeichen dafür, dass die Krankenkassen ihr Engagement in diesem Bereich verstärkt hätten. Gleichzeitig habe sich die erfolgreich zurückgeforderte Summe mehr als verdoppelt (Vorjahr: 416 473 Euro). »Das zeigt, dass viele Krankenkassen zu Unrecht beanstandet hatten«, so Hofferberth.

Letztlich waren nach Verbandsangaben rund 40 Prozent (574 501 Euro) der Beschwerden seitens der Kassen 2015 berechtigt. Im Umkehrschluss bedeute das auch, jede zweite Retaxation sei unberechtigt gewesen, so der Verband.

 

»Es war höchste Zeit, dass hier Regelungen gefunden wurden, die unsere Apotheken vor Retaxationen – auch wegen kleinster Formfehler – schützen«, sagte Hofferberth. Obwohl ein Schiedsstellenspruch vorliege, gehe der Streit um die genaue Zeitspanne für eine rückwirkende Retaxationseinschränkung weiter. Im Mai hatten sich Apotheker und Kassen im Schiedsverfahren mit einem einvernehmlichen Beschluss beim Thema Nullretax bei Formfehlern geeinigt. Seitdem dürfen Apotheker unbedeutende, die Arzneimittelsicherheit und die Wirtschaftlichkeit nicht wesentlich beeinflussende Fehler nach Rücksprache mit dem Arzt heilen. /

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