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Fingolimod

Neuer Hinweis auf Zusatznutzen

07.07.2015
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Von Christina Müller / Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) bescheinigt dem Wirkstoff Fingolimod (Gilenya®) in einer Neubewertung einen Hinweis auf einen Zusatznutzen für Patienten mit rasch fortschreitender, schwerer, schubförmig-remittierender Multipler Sklerose (RRMS).

 

Damit verbesserte sich der Wirkstoff in der Wertung des IQWiG leicht gegenüber einer früheren Bewertung. 

 

2011 hatte das Institut noch lediglich einen Anhaltspunkt für einen Zusatznutzen bei dieser Patientengruppe gesehen. Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hatte seinen Beschluss zur Erstbewertung jedoch aufgrund der unsicheren Datenlage auf drei Jahre befristet und damit den Hersteller Novartis verpflichtet, ein zweites Dossier einzureichen.

 

Aus der Neuauswertung der Studiendaten lässt sich nun laut IQWiG für die genannte Patientengruppe ein Hinweis auf einen Zusatznutzen gegenüber der Vergleichstherapie mit Glatirameracetat oder Interferon (INF)-β ableiten. Dabei wird dieser für weibliche Patienten sogar als beträchtlich angesehen, während männliche Patienten nur in geringem Ausmaß profitierten. Ebenfalls ein Hinweis auf einen beträchtlichen Zusatznutzen ergab sich bereits 2011 für Patienten mit hochaktiver RRMS, die keine vollständige Vorbehandlung mit INF-β erfahren hatten. Für vollständig vorbehandelte Erkrankte konnte ein Zusatznutzen auch im zweiten Durchlauf nicht belegt werden.

 

Fingolimod ist seit 2011 zugelassen zur Monotherapie von Erwachsenen mit hochaktiver, schubförmig-remittierend verlaufender MS, die trotz Behandlung mit einem β-Interferon eine hohe Krankheitsaktivität haben oder bei denen die Erkrankung rasch fortschreitet und schwer verläuft. /

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