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Von Mücken ignoriert

10.07.2006
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Von Mücken ignoriert

von Sven Siebenand, Eschborn

 

Weshalb einige Menschen öfter von Stechmücken attackiert werden als andere, haben die britischen Wissenschaftler James Logan und John Pickett vom Rothamsted-Institut in Harpenden herausgefunden.

 

Nicht süßes Blut, sondern Duftstoffe der Haut entscheiden, ob jemand gestochen wird oder nicht. Dies teilten sie auf der Royal Society Summer Science Exhibition in London mit. In einem Versuch mit freiwilligen Probanden konnten die Forscher mehrere Duftstoffe isolieren, die Menschen für Insekten anscheinend unattraktiv machen. Dazu ließen sie Stechmücken in einer Y-förmigen Röhre fliegen. An beiden Öffnungen legten Probanden ihre Hände in das Gefäß. Die Mücken flogen dann zu der von ihnen bevorzugten Hand.

 

Im Anschluss untersuchten die Forscher die Schweiß-Zusammensetzung derer, die häufig und derer, die so gut wie nie gestochen wurden. Dabei stellten sie fest, dass für Mücken unattraktive Probanden hohe Konzentrationen von Duftstoffen im Schweiß aufwiesen, welche die bei allen Menschen vorhandenen Lockstoffe wie Milchsäure maskieren. Diese Abwehrstoffe haben in normaler Konzentration einen von Menschen nicht wahrnehmbaren Geruch, in hoher Konzentration riechen sie fruchtig, erklärten die Forscher.

 

Wie die Stoffe genau heißen, wollen sie allerdings aus patentrechtlichen Gründen vorerst nicht verraten. Denn die Duftstoffe sollen die Grundlage für ein geruchloses, natürliches Insektenschutzmittel bilden. Dieses habe eine ähnlich starke Wirkung wie Diethyltoluamid (DEET). Derzeit wird das Repellent an 16 Probanden in Afrika untersucht. Zudem werde auch die Wirkung gegen andere Stechmücken wie die Malariamücke getestet.

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