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Cholera

Weltgrößter Ausbruch im Jemen

28.06.2017
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Von Annette Mende / Dem Jemen droht die weltweit größte Cholera-Epidemie. Derzeit sind mehr als 200 000 Menschen erkrankt, täglich kommen 5000 neue Fälle hinzu. Das berichten das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen (UNICEF) und die Weltgesundheitsorganisation (WHO).

Bei dem aktuellen Ausbruch im Jemen handelt es sich um die weltgrößte Cholera-Epidemie, wie aus einer gemeinsamen Erklärung der Direktoren von UNICEF und der WHO, Anthony Lake und Dr. Margaret Chan, hervorgeht. Bereits jetzt seien mehr als 1300 Menschen an der Cholera gestorben – ein Viertel davon Kinder – und die Zahl der Todesopfer werde vermutlich steigen.

Im Jemen herrscht seit zwei Jahren Krieg zwischen einer von Saudi-­Arabien angeführten Militärallianz und schiitischen Huthi-Rebellen. Lake und Chan bezeichnen die Cholera-Epidemie als »direkte Folge« dieses Konflikts. Der Zusammenbruch der Gesundheits-, Trinkwasser- und Abwassersysteme habe 14,5 Millionen Menschen von sauberem Trinkwasser und sanitären Anlagen abgeschnitten.

 

Da der Cholera- Erreger, das Bakterium Vibrio cholerae, fäkal-oral übertragen wird, hat das die Ansteckungsgefahr drastisch erhöht. Immer mehr jemenitische Kinder sind zudem mangelernährt und somit noch anfälliger für Infektionen.

 

UNICEF und die WHO sind mit Einsatzteams im Land unterwegs, um die Versorgung der Menschen mit sauberem Trinkwasser zu gewährleisten. Viele lokale Einrichtungen des Gesundheitswesens funktionieren jedoch nicht mehr, unter anderem weil schätzungsweise 30 000 Angestellte des Gesundheitswesens seit zehn Monaten keinen Lohn erhalten haben. Diese Menschen spielen die wichtigste Rolle bei der Eindämmung des Ausbruchs, so Lake und Chan. »Wir mahnen die ­Behörden des Landes dringend, diese Löhne zu bezahlen. Vor allem aber rufen wir alle Parteien dazu auf, diesen zerstörerischen Konflikt zu beenden«, lautet ihr Appell.

 

Laut WHO sind im Jemen seit Ausbruch des Krieges 8176 Menschen getötet und 46 335 Menschen verletzt worden. Mehr als 18,8 Millionen Menschen sind derzeit auf humanitäre Hilfe angewiesen und 14,8 Millionen brauchen eine gesundheitliche Versorgung. /

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