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Hersteller fordern Ende der Blockadepolitik

28.06.2017
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Von Stephanie Schersch / Die Politik vernachlässigt die Arzneimittelversorgung aus Sicht der Hersteller seit Jahren. Nach der Bundestagswahl im September müsse damit endlich Schluss sein, fordert der Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie (BPI) in einem Positionspapier.

Nach Meinung der Unternehmen stehen derzeit allein die Kosten bei der Betrachtung von Arzneimittel-Innovationen im Fokus. In Zukunft müsse stärker der Nutzen für den Patienten ins Zentrum rücken. So soll etwa bei der frühen Nutzenbewertung die medizinische Wissenschaft mitbestimmen können, welche Behandlungsmethode als zweckmäßige Vergleichstherapie herangezogen wird. An der freien Preisbildung im ersten Jahr nach Markteintritt wollen die Hersteller naturgemäß nicht rütteln. »Es muss erlaubt sein, dass therapeutische Durchbrüche auch zu wirtschaftlichen Erfolgen führen«, schreiben sie.

 

Um auch in Zukunft in Deutschland produzieren zu können, fordern die Hersteller verlässliche Rahmenbedingungen, die letztlich auch zu mehr Unabhängigkeit von ausländischen Lieferanten führen soll. Rabattverträge sollten Krankenkassen aus Sicht des BPI erst dann ausschreiben dürfen, wenn es mindestens vier Anbieter im Markt gibt. Zuschläge sollen jeweils mindestens drei Hersteller erhalten, von denen wenigstens einer in der EU produziert.

 

Der Bundesregierung wirft der BPI eine regelrechte Blockadepolitik vor, die »medizinischen Fortschritt made in Germany mit ungerechten Bewertungsregularien ausbremst«. Das bringe auch Arbeitsplätze in Gefahr. Dabei seien wirksame Anreize nötig, um Spitzenforscher in Deutschland zu halten. /

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