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GKV-Finanzen

Kassen geht es gut

24.06.2015
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Von Anna Hohle / In der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) ist die finanzielle Lage weiter stabil. Das ist den neuesten Quartalszahlen des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG) zu entnehmen. Zwar gaben die Kassen erneut mehr für Arzneimittel aus, profitierten aber auch weiterhin von Rabattverträgen.

Den deutschen Krankenkassen geht es finanziell weiterhin gut. Das teilte das BMG am Dienstag mit. Demnach verfügten Gesundheitsfonds und Kassen Ende des ersten Quartals 2015 über Finanz-Reserven in Höhe von 25,3 Milliarden Euro. 15,5  Milliarden davon lagen bei den Kassen. Die Gesetzliche Krankenversicherung (GKV) stehe damit weiter auf einer soliden Grundlage, sagte Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU).

 

Den Zahlen des BMG zufolge haben die Kassen im ersten Quartal 53,08 Milliarden Euro eingenommen und 53,25 Milliarden Euro ausgegeben. Damit lagen die Ausgaben zwar um knapp 170 Millionen Euro höher als die Einnahmen, jedoch nur, weil die Kassen ihre Versicherten an den hohen Reserven finanziell beteiligt hätten, so das BMG. Der durchschnittliche Zusatzbeitrag für Versicherte habe bislang 0,9 Prozent betragen, 2015 hätten die Kassen ihn im Schnitt auf 0,83  Prozent gesenkt. Auch der im ersten Quartal entstandene Ausgabenüberhang im Gesundheitsfonds (2,68  Milliarden Euro) sei saisonbedingt und kein Grund zur Sorge.

 

Pro Versichertem haben die Krankenkassen im ersten Quartal 4,2 Prozent mehr Geld ausgegeben als zuvor. Die Ausgaben für Arzneimittel sind um 5 Prozent gestiegen. Auffällig sei, wie viel die Kassen weiterhin für neu zugelassene Arzneimittel zur Behandlung von Hepatitis C ausgeben, erklärte das BMG. Die hohen Preise für Sofosbuvir und Co. werden immer wieder scharf kritisiert. Auf der anderen Seite hätten Rabattvereinbarungen mit Pharmaherstellern die Krankenkassen weiter entlastet, so das BMG. Die Rabatterlöse seien im ersten Quartal gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 10 Prozent auf 770 Millionen Euro gestiegen.

 

Nach wie vor geht es den einzelnen Kassen finanziell jedoch nicht immer gleich gut: Während AOK und Knappschaft im ersten Quartal 2015 Überschüsse erwirtschaften konnten, gaben Ersatz-, Betriebs- und Innungskassen im Schnitt mehr aus, als sie einnahmen. /

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