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Apobank-Studie

Nur wenige wollen hinter den HV-Tisch

21.06.2017  09:37 Uhr

Von Stephanie Schersch / Die Apotheke verliert als Arbeitsplatz an Attraktivität. Das geht aus einer aktuellen Studie der Apotheker- und Ärztebank (Apobank) hervor.

Demnach sehen sich viele Pharmazeuten im Jahr 2030 nicht mehr hinter dem HV-Tisch. Jede zweite Apothekerin (49 Prozent) und 43 Prozent der Apotheker denken hingegen, dass sie etwa in Zukunft in der Forschung oder Industrie tätigt sein werden.

Ein knappes Viertel (23 Prozent) der Frauen kann sich zwar vorstellen, in einer Apotheke angestellt zu sein, als Selbstständige möchte hingegen nur jede Fünfte (20 Prozent) arbeiten. Unter den Männern ist der Mut zur Selbstständigkeit etwas größer. Beinahe jeder Vierte (23 Prozent) sieht sich 2030 als Apothekenleiter, die meisten mit gleich mehreren Betrieben (20 Prozent). Als angestellter Apotheker im Krankenhaus würden gerne 17 Prozent der Männer und 9 Prozent der Frauen arbeiten.

 

Im Rahmen der Studie hat die Apobank gemeinsam mit dem Marktforschungsinstitut Forsa nicht nur 100 Apotheker, sondern auch 200 Mediziner und 103 Zahnärzte befragt. In der Digitalisierung sehen die Heilberufler Chancen und Risiken zugleich. So sind 86 Prozent der Meinung, digitale Anwendungen werden ihre Arbeit im Jahr 2030 sinnvoll unterstützen. Zwei Fünftel (40 Prozent) denken allerdings auch, dass der Heilberufler dadurch in Teilen ersetzt wird. Das elektronische Rezept ist nach Meinung von 94 Prozent 2030 Standard, für 96 Prozent trifft das auch auf die digitale Abrechnung zwischen Krankenkassen und Apotheken zu.

 

Ketten auf dem Vormarsch

 

Ein entscheidender Erfolgsfaktor der Zukunft ist für die große Mehrheit (90 Prozent) die Spezialisierung. Acht von zehn Heilberuflern (82 Prozent) sehen bundesweite Kettenkonzepte auf dem Vormarsch und denken, dass private Investoren verstärkt Apotheken und Praxen aufkaufen werden. Für jeden Zweiten (55 Prozent) ist die inhabergeführte Praxis oder Apotheke ein Auslaufmodell. /

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