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Umfragen

Weniger Rezeptpflicht, bitte

13.06.2018
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Von Anna Pannen, Berlin / Heilberufler und Bürger wünschen sich, dass es mehr Arzneimittel ohne Rezept in der Apotheke gibt. Das haben Umfragen des Bundesverbands der Arzneimittel­hersteller (BAH) ergeben.

Apotheker, Patienten und auch viele Ärzte möchten mehr Medikamente von der Rezeptpflicht befreit sehen. Das ist das Ergebnis einer BAH- Analyse aus dem vergangenen Jahr, für die rund 700 Apotheker, 500 Ärzte und 1000 Bürger befragt wurden. 85 Prozent der Apotheker sprachen sich dafür aus, mehr Wirkstoffe aus der Verschreibungspflicht zu entlassen. Auch 57 Prozent der Bürger fänden das gut und sogar 51 Prozent der Ärzte sind dafür.

Die Apotheker würden sich über mehr sogenannte Switches vor allem deshalb freuen, weil sie dadurch ihre heilberuflerische Kompetenz gestärkt sehen. Das gaben 95 Prozent von ihnen an. 41 Prozent der Ärzte vermuten zwar, dass ihre Bedeutung als Ansprechpartner bei Gesundheitsproblemen dadurch eher abnehmen würde. 33 Prozent der Mediziner glauben aber auch, dass dies wiederum ihre Kompetenz bei schwerwiegenden Erkrankungen stärken würde.

 

Gefragt, gegen welche Beschwerden es denn mehr Wirkstoffe ohne Rezept geben sollte, nannten die Apotheker zuallererst Präparate gegen Heuschnupfen, gefolgt von Akne und Rosacea, Migräne, Augeninfektionen und Refluxbeschwerden. Für Statine oder Kontrazeptiva soll den Apothekern zufolge dagegen weiterhin die Rezeptpflicht gelten. Die Ärzte sind insgesamt skeptischer. Zwar würden auch hier die meisten mehr rezeptfreie Präparate gegen Heuschnupfen, Akne und Reflux befürworten. Mittel gegen Rosacea oder Migräne möchten viele aber nicht von der Rezeptpflicht befreit sehen.

 

Laut Umfrage fände es jeder zweite Bürger gut, mehr Medikamente ohne Rezept in der Apotheke zu bekommen, um den Weg zum Arzt zu sparen. Der BAH-Geschäftsführer Wissenschaft Elmar Kroth erklärte, durch die alternde Bevölkerung und den Ärztemangel werde die Selbstmedikation immer wichtiger. Deshalb müsse es mehr Switches geben. Damit sich diese für die Hersteller finanziell lohnen, forderte Kroth eine dreijährige Marktexklusivität für Switch-Präparate.

 

Skepsis bei Grippeimpfung

 

Der Verband ist auch dafür, dass Apotheker Patienten ohne Arztrezept gegen Grippe impfen dürfen. Der Verband rechnete vor, dass dadurch jedes Jahr 900 000 Grippefälle, 4000 Krankenhausaufenthalte und 40 Grippetote wegfallen würden, außerdem mehr als 9 Millionen Krankheitstage. Die Heilberufler selbst sind allerdings skeptisch: Nur 47 Prozent der Apotheker und 28 Prozent der Ärzte befürworten laut Befragung Grippeimpfungen in der Apotheke.  /

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