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Medikationsanalyse

Viele Packungen, großer Nutzen

07.06.2016  15:52 Uhr

Von Annette Mende / Als Kriterium für die Auswahl von Patienten, die von einer Medikationsanalyse profitieren, eignet sich am besten die Anzahl der angewendeten Arzneimittel. Ist die Zahl der Medikamente hoch, so ist es auch der zu erwartende Nutzen für den Patienten.

 

Dagegen haben die Morbidität und die Nierenfunktion in diesem Zusammenhang einen geringeren prädiktiven Wert. Das ist das Ergebnis einer Auswertung der WestGem-Studie, das ein Autorenteam um Olaf Rose vom Institut für klinische Pharmazie der Universität Bonn jetzt im Fachjournal »Plos One« vorstellt (DOI: 10.1371/journal.pone.0156304).

 

Im Rahmen der Studie erstellten Apotheker zwischen 2012 und 2015 von 129 ambulant betreuten älteren Patienten Medikationsanalysen. Von dieser pharmazeutischen Dienstleistung profitierten am meisten die Patienten mit Polymedikation sowie solche, bei denen zwischen den verordneten und den tatsächlich angewendeten Medikamenten eine Diskrepanz herrschte. Mit 54,9 Prozent angenommenen Vorschlägen erfreuten sich die Empfehlungen der Apotheker bei den Ärzten einer vergleichsweise großen Akzeptanz. Über die Zeit verbesserten wiederholte Medikationsanalysen die Qualität der Therapie immer mehr und auch die Umsetzungsquote der Apothekervorschläge stieg, was dafür spricht, dass sich der Nutzen für den Patienten durch eine dauerhafte Betreuung maximieren lässt. /

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