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Ambrosia expandiert rasant

02.06.2015
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dpa / Die starke Allergien auslösende Pflanze Ambrosia artemisiifolia breitet sich in Europa rasant aus. Ihre Expan­sion hängt vor allem von zwei Faktoren ab: dem Klimawandel und der vom Menschen begünstigten Ausbreitung der Samen.

Je nach Szenario könnte die Pollenbelastung in 35 Jahren doppelt so hoch sein oder auch zwölfmal so stark wie heute, schreibt ein Forscherteam um Lynda Hamaouli-Laguel vom Labor für Klima- und Umweltwissenschaften im französischen Gif sur Yvette im Fachmagazin »Nature Climate Change« (DOI: 10.1038/nclimate2652).

Aktuell sind in Europa der Westen Ungarns, Norditalien und der Südosten Frankreichs am stärksten belastet. In Deutschland »wird die Konzentration stark zunehmen und so hoch werden wie heute in Südfrankreich«, schreiben die Autoren. Der stärkere Faktor hierfür ist nach Einschätzung der Forscher die Temperatur: Der Klimawandel trage zu zwei Drittel, die Samen-Verbreitung zu einem Drittel zur künftigen Pollenlast bei.

 

Deutsche Wissenschaftler plädieren seit Langem dafür, die auch Beifußblättriges Traubenkraut oder Beifuß-Ambrosie genannte Pflanze stärker zu bekämpfen. Sie fordern ein Frühwarnsystem, eine Meldepflicht und staatliche Maßnahmen zur Eindämmung wie in der Schweiz. Ihre Pollen sind starke Allergene, die zu Heuschnupfen und Asthma führen können. In Europa fühlt sich die Pflanze, die vor mehr als 150 Jahren aus Nordamerika eingeschleppt wurde, besonders wohl. Die Samen sind Untersuchungen zufolge hier größer und die Keimrate höher als im Herkunftsland. /

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